4 > 4 Geschichte der Kreuzzüge. B u ch II. K a p. XXI.
Ein und zwanzigstes Kapitel.
Aje Stimmen der Prälaten und Barone des Reichs Jcru-salem, welche schon an demselben Tage, an welchem dasLeichenbcgängniß des Königs Balduin I. gefcycrt ward, zurWahl eines neuen Königs zusammentraten, vereinigten sichdesto schneller für den Graf Balduin von Edcssa, welchen dersterbende König seinen Rittern als würdig, die heilige Stadtzu beherrschen, empfohlen hatte, da der Graf selbst zur Feyerdes Osterfestes nach Jerusalem gekommen war. Einige Ba-rone, das durch die treffliche Regierung zweyer heldenmü-thiger Herrscher befestigte Recht des lothringischen Geschlech-tes auf die Krone anerkennend, wollten zwar den GrafenEustach von Boulogne, Gottfrieds und Balduins Bruder,der auf seiner Wallfahrt manchen rühmlichen Kampf widerdie Heiden bestanden hatte, befragen lassen, ob er geneigtscy, des Reiches sich zu unterwinden; andere aber, beson-ders der dem Grafen Balduin wiederum versöhnte Joscelinvon Liberias, legten die Nothwendigkeit einen König zuwählen, der schon im Lande anwesend fey und im Falleschnell einbrechcnder Gefahr sogleich die christlichen Scharenwider die Heiden führen könne, den versammelten Wahl-herren so eifrig ans Herz, daß das Erbrecht des Grafen Eu-stach hintangcsetzt wurde, Die Prälaten und Barone ach-