Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
342
Einzelbild herunterladen
 

Z4r Geschichte der Krcuzzügc. Buch H. Kap.XVIll.

2. Cük.

Aeußerungen der Unzufriedenheit über Bocmund und Arier-bietlingen zum Verralh angefüllte Briefe, als hätte er solchewirklich von ihnen empfangen, antwortete, ihnen danktefür die günstige Gesinnung, welche sie für ihn hegten, undgroße Belohnungen zusichcrte, wenn sie ihre Verheißungenerfüllen wollten. Diese Briefe ließ er durch treue und ver-schwiegene Bediente, welche jene genannten, in seinem Soldedienenden Ritrcr ihn! dazu geliehen, ins Lager der Kreuzfah-rer bringen; ihnen ging ein anderer Eilbote voran, welchersich als Ucberläufer angebeud, den Fürsten Doemund vonder Ankunft jener Boten und von dem Inhalte der Briefe,welche sie trugen, benachrichtigte. Alexius trog sich nichtin der Erwartung, daß Boemund sogleich Bewaffnete hül-senden werde, um der Boten und ihrer Briefe sich zu be-mächtigen ^).

Wenn aber auch Alexius in der Hoffnung sich täuschte,daß Boemund wie ein wilder Barbar mit Feuer undSchwert gegen die ihm verdächtig gemachten Ritterwüthcn und sie dadurch veranlassen werde, den Verrarhwirklich zu begehen, welchen die kaiserlichen Briefe ihnenandichtetcn, so hatte die Kriegslist "des Kaisers dennoch ihrevolle Wirkung. Nicht nur Anna Comncna erzählt, daßBocmund voll Verdruß sechs Tage lang in seinem Zelt sicheingeschlosscn gehalten habe, ohne irgend einem seiner Rittersichtbar zu seyn; sondern auch die abendländischen Ge-schichtschreiber versichern, daß Vcrrath unter die RitterBoemunds gekommen fcy und daß nicht nur Robert vonMontfort, auf welchen Bocmund zu seinem Verderben vielvertrauet, sondern selbst Guido, Boemunds Bruder, An-

4») ^.UUL Lomn. S. 0LS. stgt>.