;rr Geschichte der Krcuzzüge. BuchH. Kap.XVIU.
welcher den Kaiser Alexius mit den ängstlichsten Besorgnissenfür sein Reich erfüllte. Alexius verthcidigte auch in diesemKriege sein Reich gegen die Normannen mehr durch List unddurch die unwürdigen Künste der Bcredung und Bestechung>?. zur. als durch Tapferkeit und offenen Widerstand, und erst Ro-berts Tod und der Kampf seiner Söhne, Roger und Boe-Mund, um das väterliche Fürstenthum in Italien befrcytedas oströmische Reich aus dieser Gefahr. Kein Fricdensver-trag sicherte aber den Kaiser gegen einen neuen Angriff devNormänner, und diese harrten mit dcstv größerer Sehnsuchtder Gelegenheit zu einem neuen Kriege gegen die Römer, jeverächtlicher ihnen diese in jenem Kampfe geworden wa-ren 6). Boemund hatte auch mit seinem Vater wider dieRömer gestritten, und konnten nicht auf ihn die Plane desVaters vererbt seyn? Die Erinnerung der Niederlagen,welche er selbst damals von den Römern erlitten, mußtensein Gcmüth, welches solche Schmach nicht leicht vergaß,zur Rache entflammen. Zur Zeit des ersten Kreuzzugs hegtendaher selbst manche Christen im Abendlande, deren Beson-nenheit und kühler Sinn die Begeisterung ihrer Mtchristcnfür die Pilgerfahrt nur für eine thörichte Schwärmerei) achtete,den Verdacht, Boemund gehe mit geheimen Planen auf dasgriechische Reich um, und habe selbst den Papst Urban denAndern vermocht, seine unwiderstehliche Beredsamkeit unddas hohe Ansehen seiner Würde, wodurch in Frankreich allesVolk sich zu bewaffnen verführt worden, unter dem heuch-lerischen Schein des Aufgebotes für den Heiland, nur dernvrmännischcn Herrschsucht zu leihen; sic befürchteten vonBoemund den Mißbrauch der frommen Tapferkeit ihrer ver-
6) kcr. Lk I. «ts:. A65t. S. i2Z. fl§d.