Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
305
Einzelbild herunterladen
 

Achtzehntes Kapitel.

während Tankred mit Heldenkraft das Fürstentum An-tiochien wider die Türken beschützte, führte Boemund mitunglücklichem Erfolge den Rachekrieg wider den Kaiser Ale-xius für alle Pilger wegen der Leiden und Trübsale, welchesie durch die Treulosigkeit der Griechen erfahren. Die großenPlane, welche Boemund entworfen, gingen nicht in Erfül-lung, und er sah sein Fürstenthum in Syrien nicht wieder,welches er mit so großen Anstrengungen und Gefahren er-worben und behauptet hatte.

Wenn jemals eine falsche Staatsklugheit, welche durchBetrug und Verstellung, durch Tücke und Hinterlist dro-hende Gefahren abzuwendcn suchte, sich selbst schwer strafteund den Einbruch der Gefahr nur beschleunigte, so war esdie falsche Staatsklugheit, welche der Kaiser Alexius gegendie Kreuzfahrer anwandte. Die unrichtige oder doch über-triebene Meinung von der dumpfen Barbarey der meistenlateinischen Ritter und ihrer verworfenen Verkäuflichkeit,so wie die Furcht vor gefährlichen Planen der Bekreuzigtenwider das griechische Reich, welche wenigstens den meistenKreuzrittern ganz fremd waren, verführten ihn zu Maßre-geln, welche ihre Gemüther zur heftigsten Feindschaft gegendie Griechen um so mehr reizten, als sie von Christen solcheru. Band-