König Balduin l.
-8y
Seitenthürme durch die Last seines Falles in Trümmern. 2. Chr-Schon versuchte Tankred mit seinen tapfcrn Streitern untereinem Schilbdach in die Burg cinzudringen; aber bey demtapfer» Widerstande der Belagerten, welche mit einemschrecklichen Pfeilregen die Stürmenden empfingen, ver-mochten die christlichen Streiter es nicht, die hohen Stein-haufen der gestürzten Thürme zu ersteigen Doch schienjetzt die Burg der Beharrlichkeit Tankreds nicht lange mehrwiderstehen zu können. Dadurch geschreckt und von schmerz-licher Reue des Friedensbruchs ergriffen, schickte Rodvanan Tankred Friedensboten und ließ ihm zwanzig tausendGoldstücke anbicten, wenn er von Atsareb ablassen wolle.Tankrcd aber erwiederte den Boten r er habe bereits mehr alsdreyßig tausend Goldstücke auf die Belagerung der Burgverwendet; wenn Rodvan ihm diese Summe ersetze und au-ßerdem alle noch zu Haleb in Fesseln gehaltene Christenscla-ven, welche in die Gewalt der Türken gekommen, seit evüber Antiochien gebiete, freylasse, dann wolle er von Atsa-reb abziehen. Der türkische Fürst, im Vertrauen auf dieTapferkeit seiner Getreuen, welche bisher der heftigsten Be-rcnnung männlich widerstanden, und in der Hoffnung, daß, noch ein glücklicher Zufall die Burg befreyen werde, wei-gerte sich, jene Bedingungen zu gewahren. Doch bald her-nach, als die Lebensmittel zu mangeln anfingen und dieHeftigkeit der Belagerung nicht nachließ, wurden die Bela-gerten von solcher Mutlosigkeit ergriffen, daß viele heimlichdie Burg verließen und zu den Franken übergingen. Auch
4°) So weit nach Albert vonAix (XI. -iZ — 45.). Das Uebrigenach den morgenlänLischen Schrift-stellern , welche im Ganzen mit demII. Band.
abendländischen Schriftsteller zusam-menstimmen, vornehmlich nach Ke-maleddin, der hier viele merkwür-dige einzelne Umstände miilhcil».
T