r;o Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Kap. XVI.
senen Thal im Gebiete der Assasinen, war nach MarcoPolo's Erzählung ein herrlicher Garten, reizender selbst alsder Sänger des befreytcn Jerusalems die Daubcrgärtcn Ar-midens dichtete. Die lieblichsten Blumen ergötzten dort dasAuge, die wohlriechendsten Kräuter dufteten, die köstlichstenFrüchte luden zu ihrem Genüsse. Nicht nur fröhliche Was-serbache schlängelten sich in lieblichen Krümmungen, cs ergoßsich, wie im Lande der Verheißung des jüdischen Volks, Ho-nig, Milch und Wein in Bächen. Prachtvolle Gartcnpa-laste wurden nicht vermißt, in welchen kein Schmuck fehlte,welchen Malercy, Bildhaucrcy und andere Kunst zu schaf-fen vermochte; an den kostbarsten und reichsten Teppichenund Vorhängen erfreute sich bewundernd das Auge. Mitentzückender Abwechslung begeisterte bald rauschendes Sai-tenspiel zum Tanze, bald ergötzte melodischer und bezaubern-der Gesang das Ohr. Ueberhaupt kern Sinncngenuß mochteerdacht werden, welcher nicht im vollen Maße in diesem Pa-radiese dargeboten ward. Aber nur Eine Pforte stand zumEingang oder Ausgang offen, und zu dieser gelangte mannur durch eine feste Burg, welche von treuen Wächtern be-wacht wurde, so daß niemand ohne den Willen des Scheichsdahin gelangen oder daher zurückkehren konnte. In diesenDaubergarten ward der Jsmaclit, welchen der Scheich zum-Assasinen sich ausersehen, gebracht, nachdem er zuvor durcheinen betäubenden Trank eingeschläfert und des Bcwußtseynsberaubt worden, damit er beym Erwachen, indem er, ohnezu wissen, wie er dazu gekommen, von allen Reizen derSinne sich umgeben sah, im Paradiese zu seyn und mit demPropheten Mohammed der den Gläubigen verheißenen Se-ligkeit zu genießen wähnen möchte. Aber nach einigen Ta-gen des Genusses aller sinnlichen Lust brachte ihn ein neuer