228 Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Kap.XW
seinen Rittern, welche über den langwierigen Mangel schonmißmuthig geworden, durch jenes Geschenk so erheitert wur-den, daß sie froh und muthvoll mit dem Könige zu der mä--y. Nov. hevollen Belagerung zogen. Am Vorabend vor St. AndreasTage kam Balduin mit zehn tausend zu Roß und zu Fuß vorTyrus. Entschlossen, durch eine langwierige Belagerung dieTyrier zu ermüden, umgab er sein Lager mit einem festenWall, um hinter demselben gegen plötzlichen Ueberfall odernach einem unglücklichen Kampf gegen Verfolgung gesichertzu feyn, wie einst der Graf Raimund auf seinem Pilger-berge vor Tripolis. Alsbald begann er die Beregnung derStadt,' welche fünfhundert damascenische Reiter vertheidi-gcn halfen. Die Christen und Muselmänner kämpften auchum diese Stadt mit unverdrossenem Muthe und mit glän-zenden Wgffenthaten und allen Mitteln ihrer Delagerungs-kunst. Mancher Christ, wie mancher Muselmann gewannin solchen Kämpfen rühmlich die Märtyrerkrone nach deinUrtheil seiner Kampfgenossen. Einst nach einem Ausfälle derTyrier hatten schon zweyhundert christliche Streiter mit denweichenden Saracencn sich durch das Thor in die Stadt ge-drängt, als den Saracencn es doch gelang, das Thor zuverschließen, und die übrigen Wallbrüder vor der Stadt zu-rückzudrängen, worauf sie diejenigen, welche in die Stadtcingedrungen waren, unter ihnen viele vornehme Ritter,Heils erwürgten, Heils in Ketten legten. Hierauf bauteder König einen großen Thurm von zwey Stockwerken undEustach Grenicr von Cäsarea und Sidon desgleichen, welchebeydc, den größten Steinmassen, welche gegen sie geschleu-dert werden mochten, durch ihre Festigkeit, und dem Feuerdurch die Bedeckung von Pferden-, Ochsen - und Camelen-fetten trotzend , hoch über die Mauern von Tyrus und ihre