!Z8 Geschieh te der Krcuzzüge. Buch II. Kap.XV.
väterlichen Amte ^). Denn diese Titel erhielten ihren wah-ren Werth durch die größere Leichtigkeit, mit welcher einHerzog, der in des Kaisers Gunst stand, von ihm für denHandel seiner Mitbürger Begünstigungen erlangen konnte.Im cilften Jahrhundert gaben die Gefahren, in welchen dasvströmische Reich schwebte, den Venetiancrn öftere Gelegen-heit zur Erlangung ansehnlicher Handelsvorrechte in denrömischen Städten. Obwohl die Ansiedelung der Norman-nen in Italien und ihre gewaltige Herrschsucht den Vcnetia-nern eben so lästig und gefährlich war, als dem griechischenReiche', so mußte gleichwohl der Kaiser Alexius Comnenusihre Hülfe gegen Robert Guischard, als dieser den Krieg inDalmatien wider die Römer erhob, mit kostbaren Geschenkenan Gold und Silber und Reliquien berühmter Heiligen, vor-nehmlich mit einer Urkunde erkaufen, in welcher die venctia-nischen Handelsschiffe von allen Abgaben in jedem Hafen desrömischen Reichs, den sie berühren würden, vollkommen berfreyet wurden ^). Aber schon im neunten Jahrhundert ver-kauften sie den Kaisern fürHandelsbegünstigungcn ihre Hülfegegen dieselben Feinde, welche sie jetzt in Gemeinschaft mitden Krcuzbrüdern bekämpften, gegen die Saracencn, welchedas mittelländische so wie selbst das adriatische Meer durchSeeräubercy unsicher machten und die Küsten verwüsteten.Die Venetianeri gaben schon damals ihrer Gewinnsucht denSchein der frommen und andächtigen Verehrung des heiligenLandes, und opferten sich für einige Zelt mit anscheinenderUneigennützigkeit auf, um in der Folge desto mehr zu gcwin-
r) Wenige Dogen finden sich in denfrüher» Zeiten, welche nicht einenkaiserlichen Titel führten. Dandu-llo merkt immer sehr sorgfältig die
Crnennung des Dogen zu einer sol-chen Würde an.
z) l>cr. >iü .Vicx. I. etc. xe°t. S.iöo. l'Anm. YS-) 218. Lly.