176 Geschichte der Kreuzzügc. Buchll. Kap. XIV.
läge doch nicht ihren Muth. Denn sie betrachteten eine ver-lorne Schlacht nur als die gerechte Strafe ihrer Sünden oderals eine von Gott ihnen auferlcgte Prüfung, und hofften mitSicherheit durch reuiges und bußfertiges Bckenntniß, durchBüßen und durch Besserung des Lebens Gnade vor Gott unddie Würdigkeit zu neuen Siegen zu erlangen
Solches Glaubens bedurften auch die lateinischen Chri-sten im gelobten Lande gar sehr, um unter den Gefahrennicht zu verzweifeln, welche trotz der Planlosigkeit in den Un-ternehmungen der Ungläubigen, trotz der glanzenden Siege,welche die Ritter mit Hülfe des heiligen Kreuzes gewannen,trotz der Gewohnheit des Kampfes wider die Ungläubigen,unter Balduins Herrschaft nicht minder drohend sie umga-ben als unter Gottfrieds Regierung. Wo war je ein kleinesKriegervolk in so dringender Gefahr? Kein Ort; war denWallbrüdern sicher, jeder Wald und jede Felsenkluft ver-barg lauernde Türken oder Araber, und durch solche heim-liche Nachstellung fügten die Ungläubigen den Christen oftmehr Schaden zu, als durch offnen Angriff in geordnetenScharen. Wenn die Gefahr am fernsten schien, so war sieost am nächsten. Als im Winter des Jahres H07. der Kö-nig Balduin, nach langem ermüdenden Kampfe mit Ge-wißheit dauernde Ruhe erwartend, zu Jerusalem am Ascher-mittwoch von dem Bischof Balduin von Cäsarea nach christ-licher Weise sich mit Asche bestreuen lassen, so mußte er
furchtbar. Der Ritter Gaufrid Vini-sauf.> welcher mit Richard Löwenhcrzim heiligen Lande war, beschreibt siealso (6aIo Soi^rir. 1'. II. n.
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25) Vgl. Anm. 9.