144 Geschichte der Krcuzzügc. Buch II. Kap. XII.
2- n,r. chigtcn, die Bedingungen anzunehmcn, welche sie ihm, je-doch ohne Ucbcrmuth, vorschrieben. Er mußte alle Gefan-gene zurückgcbcn, den Wallbrüdcrn frcycn Markt der Lebens-mittel gestatten und geloben, sie ohne Trug und Tücke bisnach Constantinopelzu geleiten. Im Anfänge des Iunius kamdieses Heer zur Kaiscrstadt ^). Wahrend die Pilger nachgewöhnlicher Weift am Meerbusen bcy Constantinopel gela-gert, fünf Wochen ruhten, waren der Herzog ÄZclf, dieMarkgrafin von Oesterreich und Wilhelm von Poitou oft inDes Kaisers Alexius Palast, leisteten dem Kaiser den Lehen-cid und wurden von ihm mit köstlichen Geschenken geehrt.Jndeß stieg auch dieses Pilgerhcer durch die täglich noch zu-sirömenden Scharen von Wallbrüdcrn bis auf die Zahl vonhundert Tausend Streitern ^). Dieses Wachsthum wardem Kaiser eben so sehr ein Beweggrund, die Ueberfahrt desHeers nach Asien zu verlangen, da die Zeit der Erntenahte als der heftige Haß gegen ihn selbst und gegenalle Griechen, welche diese Scharen mehr als irgend ein an-dres Kreuzhcer beseelte. Denn schon äußerte sich ihr Un-wille laut, als das Gerücht von heimlichen Unterhandlungendes Kaisers mit den Türken durch Ucbclwollende verbreitetwurde, und mancher Ritter harrte voll Sehnsucht des Ge-bots der Fürsten, das Schwert, welches er gegen die Un-gläubigen zu führen gelobt hatte, gegen den Unhold zn
6a) Livkreliarst. P. AÜ7. flgd.,welcher entweder aus dem Berichtseines Augenzeugen schöpft, dör mitdem Heere bis nachConstantinopel zog,dann aber zu Schiffe gerade nachJoppe frchr, oder selbst Augenzeugewar. Die bei, ihm befindliche Er-zähl,mg ist wörtlich i» das Lkrcm,
dlisxergeirsd act a. noi., eingetragenworden.
67) L Ltc. e Ir a I st. a a. O.
6s) Wahrscheinlich, weil er fürch-tete, die cingeernteken Früchte möch-ten gegest die Nnubsucht der Wall-brüdcr so wenig gesichert werdenkönnen, als die Arbeiter auf demFelde gegen ihre Mißhandlung.