Herzog Gottfried. ;z
und Aegypter, ein schmales Küstenland zu behaupten. DieHelden des ersten Kreuzzugs, als sie ihre Schwerter undLanzen so wacker für Christi Ehre schwangen, berechnetennicht die politischen Folgen ihres Unternehmens; diejenigen,welche als Weltklngc vor der Belagerung von Jerusalem rie-chen , erst den Thron der Chalifen in Aegypten umzustürzcnund dann in Jerusalem, welches ohne Schwertstreich fallenmüsse, wenn Misr ihr Eigenthum geworden sey, am heili-gen Grabe zu beten ^), sahen weiter, aber ihr Rath warder Begeisterung der Helden unbegreiflich. Wenn nun auchGottfried späterhin durch die ruhige Betrachtung der Lageseines Reichs zu der Einsicht gelangte, daß die Eroberungvon Syrien nicht genüge, so fehlten ihm damals die Mittel,um einen umfassendem Plan auszuführcn. Denn von denangesehenen Fürsten, deren Wort im Rath am meisten ge-golten, und deren Bcyspiel in der Schlacht am meisten er-muntert hatte, stand ihm niemand zur Seite als der treueWerner von Greis und der edle Tankrcd, und mit dreyhun-dcrt Rittern und zwey Tausenden zu Fuß, welche von demunzählbaren Pilgcrhecre im heiligen Lande blieben *), wiekonnten diese dem neuen Reiche Ansehen und Dauer geben?Bey so geringen Mitteln war das, was geschah, bewun-dernswürdig und nur der Begeisterung, welche die vorhan-denen Kräfte nicht ängstlich überrechnet, möglich. Tankredgewann noch im ersten Jahre des neuen Reichs den Sarace-nen die Stadt Liberias ab, die er nebst dem ganzen Fürstcn-thume Galiläa mit sechzig Rittern von dem Herzog
4) S- Th. I. S. LZy. conourrenribus vix Inveuirentur
§) ,,1'tnn nioäieLC cranr nostrorum e^uires rreoentj. et peälruin äusHculkLres, er niilnruniuni niillia." 1 IX. 19.
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