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1 (1807) Gründung des Königreichs Jerusalem
Entstehung
Seite
229
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Gründung des Königreichs Jerusalem. L29

Neuntes Kapitel.

Unter jenen Streitigkeiten dachten die Fürsten der Wall- 2 .rc>sr.brüdcr nicht sogleich daran, den Zug nach Jerusalem fort-zusctzen, sondern ruhten von den bisherigen Mühseligkeitenund genossen des Ucbcrflusscs, welcher desto angenehmerwar, je drückender zehn Monate hindurch der Mangel ge-wesen. Aber die Freude dieses Genusses wurde bald ge-stört. Die Verpestung der Luft durch die große Mengeunücgrabcner Leichname von Christen und Türken sowohl,als die Unmaßigkeit des Volkes, welche nach dem bishe-rigen Mangel desto verderblicher war, brachten eine verhee-rende Seuche hervor, deren Opfer viele tapfere Ritter undeine zahllose Menge Volks wurden. Unter ihnen wurde all-gemein beklagt der tapfere Hermann von Aischa, aber nie-mand so laut beweint als der fromme Erzbischof Ademaevon Puy. Seiner Leiche, als er mit großem Gepränge inder Pcterskirchc an dem Orte, wo die heilige Lanze ausgc-grabcn worden, bcygesctzt wurde, folgten mit lautem Weh-klagen die Wallbrüdcr. Die Geistlichen hatten ihn als dieZierde ihres Standes verehrt, die Ritter seine Tapferkeitgeachtet; das Volk hatte als seinen Beschützer, die Ar-muth als ihren Wohlthater ihn geliebt. Seine Beredsam-keit hatte so oft den Muth der Verzweifelnden belebt, seineKlugheit hatte die Kreuzbrüder aus so mancher Verlegen-heit gerettet; sein Ansehen hatte die Fürsten zur Eintracht