2O2 Geschichte der Krcnzzüge. Buch l. Kap. Vit.
Z. ioyZ. aus der Stadt entwichen, als er Kreuzfahrer in der.'Stadtgemerkt hatte. .Diejenigen, welche nicht entfliehen konn-ten, wurden ermordet; ein schreckliches Getümmel derplündernden und mordenden Christussoldatcn erfüllte dieStadt, die Hauser wurden von gierigen Siegern geöffnet,und ihre Bewohncr ohne Rücksicht a»f Alter, Schwacheund Geschlecht mit einer Grausamkeit gemordet,.deren Be-schreibungen Schaudern erregen ").
So fiel durch Vcrräthercy Antiochien nach nennmo-uatlicher Einschließung, ohne daß ein Bclagcrungszeug gegensie von den Belagerern aufgerichtet war.
Das Schicksal schien den Verrats) der Stadt unabän-derlich beschlossen zu haben. An dem Lage, an welchemPyrrhus die Stadt an Boemund verrieth, machten dieEmirs ihrem Fürsten die vielen Christen und Renegaten,welche in Antiochien sich befanden, und vorzüglich den Pyr-rhus als den Mächtigsten unter ihnen verdächtig. Pyr-rhus ward gegen Abend gerufen, und als er ins Gemachdes Fürsten trat, mit dem Vorwurf von Bagi Sejan über-rascht, es scy ihm gemeldet, daß er Antiochien den Fran-ken überliefern wolle. Ohne Verlegenheit zu verrathen,bethcuerte Pyrrhus seine Unschuld, und gab, um sichernBeweis davon zu geben , den Rath, die Besatzung derThürme zu wechseln, und jeden Befehlshaber künftig nurkurze Zeit an demselben Posten zu lassen. Der Fürst undseine Emirs fanden den Vorschlag treflich, entließen denPyrrhus als unschuldig, und beschlossen, weil die Nacht
* ? ) Nach de» Angaben der Au- sehr übcinstinimend sind,fielen mehrSenjcugc», weiche in den Um- als zehntausend an diesem Tagestanden der ttebergabe der Stadt durch das Mordschwert.