!§6 Geschichte der Krcuzzüge. Buch I. Kap. VH.
I.I0Y8- Als nun Herzog Gottfried, welchem bis dahin die imKampfe mit dem Baren bey Antiochien in Phrygien em-pfangenen Wunden noch nicht erlaubt hatten, Antheil anden Unternehmungen zu nehmen, völlig genas; als dieStreifereyen der antiochifchen Türken seltener wurden,weil ein zweytes Kastell auf einem Felsen an der nördlichenSeite, in welchem die Herren nach der Reihe Wache hiel-ten, erbauet war; als die Lebensmittel wieder häufi-ger wurden, weil wegen milderer Witterung mehrere Ver-käufer ins Lager kamen, schrieben die Wallbrüder diesenverbesserten Zustand ihren Andachtsübungen und bessernSitten zu. Zu eben der Zeit wurden heimliche Verbin-dungen mit den Belagerten angeknüpft. Denn als Rai-niund in dem neuen Kastell Wache hielt, überfiel er auseinem Hinterhalt zwey hundert türkische Reiter, welche dieMauern des Kastells bestürmten, und nahm einen vor-nehmen jungen Türken, der mit ihnen war, gefangen.Seine Verwandten, als ein beträchtliches Lösegeld vonden Christen abgcwiesen ward, bequemten sich, für seineFreyheit den Thurm, welchen sie bewachten, übergeben zuwollen. Aber das Einverständniß ward dem Fürsten vonAntiochien, Bagi Sejan, verrathcn, den Verwandten desjungen Türken die Bewachung des Thurms genommen,und der junge türkische Ritter wurde vor den Mauernnach grausamen Martern von den Wallbrüdern gctödtet,weil griechische Christen ihn anklagten, daß er mehr alstausend Christen mit eigner Hand gctödtet habe.
Großen Schaden brachten den Wallbrüdern die vie-len Mohammedaner, welche seit der Wiederkehr der mil«
") ^lberr, X-iiien,. c. LS.