^ Geschichte der Krcuzzügc. Buch I. Kap. II.
L.IVYS. der Deutschen zu den Franzosen kam, ward ein Kricgsrathgehalten, in welchem die meisten Stimmen riechen, sogleichgegen die Türken zu ziehen und die erschlagenen Brüder zurachen; aber Walther brachte durch sein Ansehen es dahin,das beschlossen ward, vor Peters Rückkehr, welche mantäglich erwartete, nichts zu unternehmen, und verzögerte da-durch seinen Untergang. Da aber nach acht Tagen von einemHausen Türken einige hcrumsireifendc Wallbrüdcr getödtctwurden, verlangten sie wiederum von ihren Führern, gegendie Türken geführt zu werden. Walther von Habenichts, Rai-nold von Bruis, Folker und Walther von Breteuil besänftig-ten ihre Scharen auch dieses!nah indem sie ihnen vorstelltcn,daß sie nichts ohne Peter vornehmen dürsten, aber Gott-fried vonVurcl machte sic von neuem unruhig durch Spott-reden, daß sie sich von den Türken beschimpfen ließen, ohnesich zu rächen, als würde nicht Christus für sie streiten;er warf den Führern Feigheit vor, welche sic für Klugheitund Mäßigung ausgäbcn. Walther und die andern woll-ten lieber als tapfere Ritter sterben, denn feig heißen, undgaben am andern Tag das Zeichen zum Aufbruch. DieGeistlichen, die Greise, Weiber und Kinder wurden im La-ger zurückgclassen, die streitbaren Männer zogen, fünf undzwanzig Taufend zu Fuß und fünfhundert zu Roß in sechsSchlachtordnungen gethcilt, gegen Nicea^).
2^) Anna Comncna S.2 L(i. erzählt, der türkische Be-fehlshaber habe zwei) seiner Leuteins Lager des Kukupctcrs gesandt,»un daselbst die Nachricht zu Ver-breiten, daß Ricea von de» Nor-mannen bereits erobert scy und
ausgcplündert werde. §r hattenämlich an dem Wege dahin vieleBewaffnete i»i Hinterhalt gelegt.Die Begierde nach Beute bch de»Lateinern habe sic in die ihnen ge-legte Schlinge geführt.