Gründung des Königreichs Jerusalem. 59
Selbst Greise, kranke und schwache Personen bekreuzigten I. '°y'.sich, um wenigstens durch die Gefahren und Mühseligkei-ten der Reise den Himmel zu erwerben. Auch Verbrecheraller Art benutzten die Gelegenheit, durch Annahme desKreuzes der verdienten Strafe zu entgehen. Manche Schwär-mer , nicht zufrieden auf ihre Kleider ein Kreuz zu heften,brannten es mit glühenden Eisen in ihreHaut ein, und einigeMänner und Weiber wollten damit von Gott selbst bezeich-net seyn rr). Ein Abt brannte sich ein Krenz auf die Stirn,und gab vor, ein Engel habe es ihm eingebrannt. DasVolk glaubte ihm, — verehrte ihn als Heiligen und über-häufte ihn mit Geschenken »)>
Peters schwärmerische Predigten, Urbans feurige Rede»die Erzählungen der heimkehrcndcn Pilger von den ertrage-nen Mühseligkeiten, der mitleidswürdigc Zustand der inEuropa bettelnden Christen aus dem Orient, waren wirk-same Beweggründe dieses wunderbaren Eifers für das hei-lige Land. Aber nur in den jetzigen Zcitumständen konntensie ganz wirksam seyn.
Denn zu dieser Zeit war das Volk in Frankreich durchden schweren Druck des Lchenwesens in die schmählichsteSelaverey und in das tiefste Elend gebracht. Die Ehre
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