Druckschrift 
8 (1823)
Entstehung
Seite
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Lord oder Lady Holland hatten, and ganz besonderer Artigkeit,eine neuerfundene Maschine um Eiö zu machen für des Kaisers Ge«brauch nach Longwood geschickt. Durch Vermittlung des AdmiralMalcolm kam sie heute an. AlS der Kaiser nach 4 Uhr wiederauöglng, wollte er selbst einen Versuch damit machen sehen. DerAdmiral war dabei, aber sie zeigte sich alS höchst unvollkommen.Nach einiger Zeit entschloß sich der Kaiser zum Spazierengehen undnahm den Admiral mit sich. Die Unterredung streifte über eineMenge Gegenstände hin, und gehörte von Seiten des Kaisers zuden gesprächigsten und freundschaftlichsten.

Sonnabends, am 17. August.

Der Kaiser frühstückte unter seinem Zelte. Während befsest er-zählten zwei der Unsern dem Kaiser die Excesse, deren Zeugen siebei der Armee gewesen, und welche dem Kaiser bisher unbekanntgeblieben waren, die häufigen Verletzungen seiner Befehle, die ge-waltsamen MiSbräuchc der Obergewalt, andere grobe Unrechtmäsig-keitcn «. s. w. Der Kaiser hörte zu, einige Einzelnheiten warenaber doch so stark, daß er sie nicht glauben konnte, und er sagte:Ei, ei, meine Herren, Sie schreiben wohl hier Schmähschriften."

Der Wind war sehr heftig. Es gab Sturm und regnete vonZeit zu Zeit. Die Feuchtigkeit trieb den Kaiser inS Haus.

Nach der Mittagstafel laS man Zaire, und die schönem Scenenans dem Oedip, unter welchen der Kaiser besonders die des Wie-dcrerkcnnens auszeichnecc, welche er die schönste und vollkommenstefür das Theater nannte.

Indem man nun von Priestern und der Religion sprach, brachtedie Unterredung den Kaiser zu folgenden Aeuffcrungcn:Wennder Mensch in das Leben tritt, so fragt er sich: Woher kommeich? Wer bin ich? Wohin gehe ich? Dies sind eben so vielegeheimnisvolle Fragen, die uns zur Religion Hinweisen. Wir eilenihr entgegen, eine natürliche Neigung treibt unS zu ihr. Nun trittaber der Unterricht hinzu und hält uns auf. Unterricht und Ge-schichte, das sind die beiden Feinde der wahren Religion, wie siedurch die Unvollkommenheiten der Menschen verunstaltet worden ist.Warum, fragte man sich, ist die von Paris nicht auch die von Lon-don, von Berlin? Warum ist die von Petersburg von der vonConstancinopcl verschieden? Und diese wieder von der Persiens, amGanges, China's? Warum ist die der älter» Christen nicht die derjetzigen? Nun krümmt sich die Vernunft schmerzlich und ruft auS:Religionen! Religionen! O Menschenkinder! Manglaubt wohl an Gorc, weil alles um uns her ihn verkündet, und