Druckschrift 
9 (1824)
Entstehung
Seite
36
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folgten ihm in einiger Entfernung mit verkehrtem Gewehr. DerAnblick Napoleons, fein Costüm, besonders der kleine graue Uiber-rock wirkten mit Wnndcrkrafl auf die Soldaten; sie blieben unbe-weglich stehen. Er näherte sich geradehin einem Veteran, dessenArm mit Ehevrons bedeckt war, faßte ihn ohne Umstände dennSchnurrbart und fragte, ob er wohl das Herz habe seinen Kaiserzu tödten ? Der Soldat brachte augenblicklich den Ladstock in Lauf,um zu zeigen, daß er nicht geladen habe und sagte mit Lhranenin den Angen: da sieh her! ob ich dir wohl viel zu leid gcthanhaben würde. Und so wie ich, die andern Alle," und jetzt er-schallt das Vive l'Emperenr! von alle» Seiten. — Napoleon cpm-mandirc an der Spitze des Bataillons, Rechtsum! und e« gehtnach Paris.

In der Nähe von Grenoble kam der Oberste Labedoyere ander Spitze seines Regiments zu ihm, um sich mit ihm zu verei-nigen. Jetzt war der Impuls ausgesprochen und wie sich der Kai-ser ansdrückte — die große Frage so ziemlich entschieden.

Alle Bauern der Dauphins drängten sich zu den Seiten derStraße des Kaisers. Sie waren trunken und außer sich vorFreude. Als das erste Da'aillon, von welchem eben Rede war,noch zögerte, waren sie zu Tausenden hinter den Gliedern, um durchihr Vive l'Emperenr! es zum Entschlüsse zu bringe», indessen eineMenge Anderer hinter Napoleon sich befanden und seine kleineTruppe antriebcn vorwärts zu gehen, weil, wie sie versicherten,kein Mensch ihnen etwas zu Leide thun würde.

I» einem Thale, durch welches man kam, hatte der Kaiserein höchst rührendes Schauspiel. Eine Menge von Gemeindenwaren dort mit ihren Mairs und Geistlichen versammlet. Aufeinmal wirft sich einer der schönsten Grenadiers seiner Garde, derseit der Landung gefehlt und an dessen Treue man schon gezwei-sell hatte, zu seinen Füßen. Freudenthränen fließen aus seinenAugen und in seinen Armen ruht ein gnjähriger Greis, den erdem Kaiser vorstellt. Es war sein Vater, den er besucht und mit-ten unter das versammlete Volk herbeigcbracht hatte. Der Kaiserbefahl späterhin in den Tnilericn diese Scene zu mahlen.

Napoleon kam des Nachts unter den Mauern von Grenoblean; seine Schnelligkeit Hintertrieb alle Maasregcln. Man hattenicht Zeit gehabt, die Brücken abznbrechen und eben so wenig dieTruppen marschiren zu lassen. Er fand jedoch die Thore derStadt verschlossen und man weigerte sie zu öffnen; der Oberste,welcher in derselben commandirte, setzte sich dagegen. „Den», sagteder Kaiser, ein Umstand bleibt bei dieser Revolution, welche ih-