Druckschrift 
9 (1824)
Entstehung
Seite
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Hatte das Bewußtscvu, seine Schuldigkeit gethan zu haben, sagteder Kaiser, und übrigens galt ich in ihre» Salons, bei den Offi-ziers. selbst bei den Generalen, sür einen schrecklichen Menschen,aber keineswegs bei dem gemeinen Soldaten. Sie fühlten richtigund waren mir gnt, denn sie wußten, daß ich ihr Beschützer und,wenn der Fall cintrat, ihr Rächer war rc."

Donnerstags, am 12 September.

Obgleich derKaier noch nicht besser war, so beschloß er doch, wieer sagte, der Krankheit zu trotzen. Er zog sich an und ging in denSalon, wo er zwei bis drei Stunden lang einem der Herrn dicrir-tc. Es war dies der dritte Tag an dem er nichts gegessen hatteund er empfand noch nichts von der Crisis die er sich gewöhnlichdurch, seine ganz eigne Diät zu verschaffen sucht und auch sonstwirklich herbeiführt. Er fuhr dabei fort, abgekochte Limonade zutrinken.

Dieser Zustand brachte ihn auf die Frage: wie lange man wohlleben könne ohne zu essen, und in welchem Verhältnisse wohl daSGetränk die Speise ersetze? Er ließ die englische Encvclopädieherbeiholen, und fand darin gar merkwürdige Angaben. Zum Bei-spiele von einer Frau, die fünfzig Tage von zweimal Lrinkeu ge-lebt und von einem andern, der sich zwanzig Tage mit bloßemWasser erhalten habe re

Jetzt erzählte jemand von uns, Karl XU. habe, aus lauterWiderspruchsgeist bei gewissen Behauptungen in seiner Umgebung,die Sache selbst versuchen wollen und fünf oder sechs Tage langnichts gegessen,, nach Ablauf dieser Zeit aber einen Truthahn undeine Schöpökeule verzehrt, und sei daran gestorben. Der Kaiserlachte und sagte, daß, so anziehend auch übrigens dasVorbild sei,er doch nicht Lust habe, es so weit zu treiben.

Er spielte eine Parthie Piquet mit Frau vontzMontholon; dannkam der Großmarschall. Als das Spiel zu Ende war, fragte derKaiser den letzter», wie er ihn finde? — Doch ein wenig gelb:sagte Kertrand, wie das auch wirklich der Fall war. Der Kaiserlief, in einem Augenblicke des Frohsinns, im Salon hinter ihmher um ilm am Ohrläppchen zu fassen: „Was? rief er, ein we-nig gelb! Sie beleidigen mich Herr Großmarschall! Sie wollendamit sagen, daß ich gelbsüchtig, mürrisch, hämisch, heftig, unge-recht, daß ich ein Tyrann bin. Nur her mit dem Ohre, daß ichmich rachen kann! rc."

Das Diner kam heran und der Kaiser war mit sich uneiukg,ob er mit uns oder in seinem Eabinetke essen solle? — Er ent-