Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
937
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Vierhundert und ueunuiidnenuzigste Nacht.

und als es sie sah, grüßte es sie und sagte:Ich habe in meinem Leben keinefruchtbarere Insel gesehen, die so reiche Weide hat, als diese, wie angenehm ist eshier zu wohnen, ich wünschte sehr, euch Gesellschaft leisten zu dürfen." Die Entenäherte sich ihm freundlich, grüßte cs und sagte, sie habe sich schon lange nach einerso lieblichen Gesellschaft gesehnt; sie schlossen bald ein Freundschaftsbündniß und schwurensich Treue und aßen und Franken und wohnten vergnügt beisammen, bis eines Tagesein Schiff an der Insel vorbeikam, das ans dem Meere herumirrte. Die Schiffleutcwählten diese Insel als Ankerplatz, stiegen an's Land und liefen auf der Insel umher-.Als sie den Baum sahen, unter welchem das Reh, der Pfau und die Ente versammeltwaren, liefen sie darauf zu; aber der Pfau entfloh schnell auf den Baum, das Rehsuchte die Weite, nur die Ente, die bald vorwärts, bald rückwärts ging, wurde gefangen! und, trotz aller ihrer Vorsicht gegen die Bestimmung, auf's Schiff geschleppt undI geschlachtet. Als der Pfau sah, was der Ente geschehen, wollte er diese Insel verlassen,denn er rief aus:Ich sehe überall nur Unheil; wie schön hätte ich in Freundschaftmit dieser Ente gelebt, wenn nicht das Schiff dazwischen gekommen wäre!" Er flogdann umher, bis er wieder das flüchtige Reh traf, dieses wünschte ihm Glück zu seinemEntkommen und erkundigte sich nach der Ente.Meine thcure Freundin," sagte der Pfau,ist gefangen worden, darum verlasse ich auch diese Insel, die mir wegen des Unglücksder Ente verhaßt geworden." Er weinte dann eine Weile und sprach folgenden Vers:

Der Tag der Trennung hat mein Herz gebrochen, Gott breche auch demTrennnngstage das Herz. Wen» nur noch ein Tag der Vereinigung wicdcrkchrte,daß ich ihm berichte, was der Trcnnungstag gethan."

Das Reh ward sehr betrübt, doch bewog cs den Pfau, noch einige Zeit auf derJnsel zu bleiben, und sie wohnten vergnügt und sicher beisammen und hatten keinenandern Kummer, als den Verlust der Ente. Eines Tages sagte das Reh zum Pfau:Du siehst, daß wir unfern Verlust nur den Menschen zu verdanken haben, die ausdem Schiffe gestiegen sind, sey also stets auf deiner Hut gegen ihre List." Aber derPfau erwiderte:Ich weiß ganz bestimmt, daß nur die Vernachlässigung des göttlichenLobs die Ente in's Verderben gestürzt, denn jedes Geschöpf ist verpflichtet, Gott zupreisen, und wer dies unterläßt, wird dafür bestraft." Das Reh dankte dem Pfauenfür diese Ermahnung und fing an, den ganzen Tag den Schöpfer zu loben und immerzu rufen:Gepriesen ftp der Richter, der Herr der Kraft und Macht!"

Auch erzählt man: Vor alten Zeiten wohnte ein Einsiedler allein auf einem

Berge, wo er kein lebendiges Wesen, als ein Paar Tauben, bei sich hatte, mit denen

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