Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
936
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AZß Vierhundert und »eunlindneunzigste Nacht.

ließ den Deckel geöffnet. Als er damit fertig war, sagte er znm Löwen:Mein Herr!geh einmal in dieses Hans, daß ich dein Maß nehme." Der Löwe ging hinein, vorFreude ganz außer sich. Da aber die Kiste für ihn etwas eng war, sagte ihm derSchreiner, er müsse niedcrknien, dies that der Löwe, bis nur sein Schweif nochherauöhing; aber auch diesen legte der Schreiner zusammen und drückte ihn in dieKiste, dann legte er schnell den Deckel darauf, an dem große Nägel hcransgingen, dieden Löwen von allen Seiten stachen. Der Löwe schrie: ..Was ist das für ein engesHaus? laß mich heraus!" Der Schreiner antwortete lachend: ..Aus dieser Kiste kömmstdu in deinem Leben nicht mehr heraus, es bleibt dir gar kein Weg zur Rettung offen,du bleibst nun im Käfig, du abscheulichster aller Vögel; nun liegst du in der Schlinge,die du so sehr gefürchtet hast; die Bestimmung wollte cs so durch mich, da hilft keineVorsicht." Als der Löwe diese Worte vernahm, merkte er,, daß der Schreiner einMensch war, vor dem man ihn wachend und träumend gewarnt hatte. Ich fing nunan," fuhr die Ente fort,auch für mich ängstlich zu werden, darum entfernte ich michein wenig, aber ich war noch Augenzeuge davon, wie der Mensch ein großes Loch inder Nähe der Kiste, in die er den Löwen eingesperrt hatte, grub, die Kiste in dieGrube warf und anzündete. Als ich dies sah, entfloh ich schnell und befinde mich nunschon zwei Tage auf der Flucht vor dem Menschen."

Der Pfau war sehr erstaunt über diese wunderbare Erzählung der Ente und sagteihr:O meine Schwester! hier sind wir sicher vor dem Menschen, wir befinden unsja auf einer Insel, die von keinem Menschen betreten wird; wir wohnen schon langein bester Ruhe hier, bleibe also bei uns, bis der erhabene Gott auf andere Weiseuns vor unfern Feinden Ruhe schafft. Was willst du länger so umherziehen? ist etwasüber unser Haupt beschlossen, so wird es uns überall erreichen; denn, ist unsreTodesstunde nahe, wer kann uns gegen sie schützen? und Niemand stirbt, bis seineZeit abgelaufen."

Während sie so zusammen sprachen, erhob sich wieder ein Staub; die Ente sprangin'S Meer und schrie:Vorsicht! Vorsicht! laß mich dem Unheil entfliehen!" Auf

einmal legte sich der Staub und es kam ein Reh herbeigesprungen. Da sagte der Pfauzur Ente:O meine Schwester! kehre nur wieder, das, wovor du dich fürchtest, istja ein Reh, das uns gewiß nichts zu Leid thut, es nährt sich ja nur von Pflanzenund gehört zu den vierfüßigen Tbiercn, wie du zu den Vögeln, sey also ruhig undmache dir keine Sorgen, denn Sorgen machen den Körper mager." Das Reh hatte! inzwischen den Schatten des Baumes gesucht, wo der Pfau und die Ente sich aufhiclten,