918 Vierhundert und fiiiifuiidiicuiizigstc Nacht.
Mutter, hineinzuziehen und es zu bewohnen. Er rieb dann den Ring wieder und alsder Diener erschien, sagte er ihm: „Bringe mir vierzig weiße Sklavinnen und vierzigschwarze, vierzig Mameluken und vierzig schwarze Sklaven." Der Diener schickte seineGenossen in allen Ländern umher, und sie brachten die hübschesten Sklaven und Sklavinnenund stellten sie Djaudar vor.
Djaudar befahl dann dem Diener, Jedem ein kostbares Kleid zu bringen, undals dies geschehen war, ließ er auch Kleider für sich, seine Mutter und seine Brüderbringen. Er stellte dann den Sklavinnen, als sie angekleidet waren, seine Mutter vorund sagte ihnen: „Das ist eure Herrin, küsset ihr die Hand und befolget alle ihreBefehle." Die Mameluken aber küßte» Djaudar die Hand, er glich einem Sultanund seine Brüder umgaben ihn wie Viziere. Das ist's, was Djaudar mit denScinigen angeht. Der Schatzmeister des Königs aber, der am folgenden MorgenEtwas aus der Schatzkammer holen wollte, fand sie ganz leer und schrie jämmerlichund fiel in Ohnmacht. AIS er wieder zu sich kam, begab er sich zum König ScheinsAddaulat, der noch immer in Aegypten herrschte, und sagte ihm: „O Fürst der
Gläubigen, deine Schatzkammer ist diese Nacht ausgeplündert worden." Der Königsagte: „Was hast du mit den Schätzen gethan, die ich gesammelt?" — „Bei Gott!ich weiß nicht; die Schatzkammer war gestern noch voll, und als ich heute hineinkam,war sie leer und doch waren alle Thüren verschlossen, es war nirgends ein Einbruchzu sehen, kein Schloß war zerbrochen, ich weiß nicht, wie sie geleert worden." — „Sindauch die beiden Quersäcke weggekommen?" — „Auch diese sind nicht mehr da." Der Königverlor ganz den Verstand und sagte außer sich zum Schatzmeister: „Geh vor mir herin die Schatzkammer!" Als der König selbst in die Schatzkammer trat und sie ganzleer fand, gerietst er in heftigen Zorn und sagte: „Wer wagt es, meinen Schatz zuberühren und meiner Macht zu trotzen?" Er versammelte nun seine Näthe und dieAnführer der Armeen und sagte ihnen: „Wisset, daß verflossene Nacht alle meine
Schätze ausgeplündert worden sind: wer wagte es wohl, ein solches Verbrechen zubegehen?" Da trat der Kawas, welcher den frühern Streit zwischen Salem undSelim mit angehört hatte, hervor und sagte: „O König! wisse, ich habe diese Nachtso wunderbare Dinge gesehen, daß ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte." — „Washast du gesehen?" fragte der König. — „Ich habe die ganze Nacht bauen hören,"erwiderte der Kawas, „und als der Morgen anbrach, sah ich ein vollendetes Schloß;ich fragte, wem cs gehöre? und vernahm, es gehöre Djaudar, dem Sohne Omars,der mit vielen Schätzen, Mameluken und Sklaven von seiner Reise zurückgckehrt ist;