010 Vierhundert und flinfiindneiinzigfte Nacht.
dein du befehlen kannst, was du willst." Abd Assamd rieb hierauf den Ring in '?
Dja udars Gegenwart; da erschien sogleich ein Diener, welcher sagte: „Was wünschest ?
du, mein Herr? Wenn du willst, so verwüste ich Städte oder mache sie blühend, ich s
bringe Könige um und schlage ganze Armeen." Abd Assamd antwortete: „Höre, :
Donner! dieser Mann ist nun dein Herr, gehorche ihm." Er sagte dann zu Djaudar: s
„Bewahre diesen Ring wobl, denn du kannst durch ihn alle deine Wünsche erfüllen; ^
sobald du ihn reibst, wird der Diener erscheinen, der dich, wenn du cs forderst, in '
einem Tage nach Aegypten bringt." Djaudar nahm hierauf Abschied von Abd s
Assamd, rieb den Ring, und als ihm der Diener erschien, sagte er: „Bringe mich ^
beute noch nach Kahira." Der Diener sagte: „Es scy dir gewährt," nahm ihn auf ^
den Rücken, flog mit ihm von Mittags bis Mitternacht, ließ sich mitten in seinem Hans sherunter und verschwand wieder. Als Djaudar zu seiner Mutter kam, erzählte sie s
ihm weinend, wie seine zwei Brüder sic behandelt haben und wie sie die beiden Quersäcke -
verloren. -
Djaudar sagte seiner Mutter: „Betrübe dich nicht über die Vergangenheit, ich i
will dir gleich zeigen, was ich vermag und wie ich meine Brüder hierherbringe." Er j
rieb den Siegelring, der Diener erschien und sagte: „Was verlangt mein Herr?" !
Djaudar antwortete: „Ich befehle dir, meine Brüder aus dem königlichen Gefängnisse ;
hierher zu holen." Der Diener versank in die Erde und stieg mitten im Gefängnissewieder herauf, in einem Augenblicke, wo gerade Salem und Selim vor harter s
Bedrängniß sich den Tod wünschten. Sie fielen in Ohnmacht, als der Diener mit -
ihnen in die Erde hinunterstieg, und als sie wieder zu sich kamen befanden sie sich, zuihrem größten Erstaunen, in ihrem Hause, wo Djaudar bei seiner Mutter saß. !
Sobald Djaudar sie erblickte, grüßte und bemitleidete er sie, sie aber weinten undschlugen das Gesicht nieder. Djaudar sagte ihnen: „Weinet nicht, Satan hat euch !
durch Habgier dahin gebracht, daß ihr mich verkauft habt, doch haben Jakobs Söhne s
ihrem Bruder Joseph noch weit mehr Unrecht gcthan, als ihr mir, denn sie haben ;
ihn in eine Grube geworfen; bekehret euch nur und betet zu Gott, daß er euch verzeihe: ;
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er ist der Vergebende, der Barmherzige." Er redete dann seinen Brüdern so sehr an's sHerz, bis es ihnen leichter ward; dann erzählte er ihnen, was er in Suez und auf j
der Reise gelitten, bis er Abd Assamd traf, der ihm den Ring geschenkt. Da fielen j
sie vor ihm nieder und schrien: „Verzeihe uns diesmal noch, o Bruder! begehen wir j
aber noch einmal ein Unrecht gegen dich, so thu' uns, was du willst." Djaudar j
sagte: „Fürchtet nichts, doch erzählt mir, wie der König gegen euch verfahren." Sie ^