Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
890
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800 Vierhundert und neunzigste Nacht.

»Was ist kostbarer, als Moschus? was wohlfeiler, als Gpps? bas Weißeim Auge nützt gar nichts, nur durch das Schwarze schöpft cs Licht."

Dcr Kaufmann ließ dann die Starke aufstchcn, welche ihren Arm entblößte undsagte:Seht mich nur an, was brauche ich viel zu sagen? Selbst bei den Thierenwerden fette den magern vorgczogen; soll ich lange mit der Magern rechten, mit ihrenSpatzcnbcinen und Ofengabeln, mit ihrem galgenholzigcn Körper, aus dem überallHörner hcrvorstehen? Erlasse mir das, mein Herr!" Der Kaufmann lachte und hießsie sitzen; auf seinen Wink begann dann die Magere:Gelobt sey Gott, der mir eine

so reizende Gestalt verliehen! Ich habe nie gehört, daß Jemand seine Geliebte einemElephanten oder einem fetten Kalbe verglichen, sondern dem Zweige des Ban, einemindischen Rohre oder einer durstigen Gazelle. Ich bin immer frisch und munter, bewegemich leicht, wie ein Spatz, und sättige mich mit Wenigem. Doch du, Fettleibige,wärest freilich zum Schlachten gut, aber auch sonst zu nichts; du bist immer ernst unddüster; gehst du, wirst du müde; sitzest du, kannst du nicht mehr aufstehen; bist du amEssen, wirst du nimmer satt; schläfst du, wirst du nicht mehr wach und schnarchst wieein geschlachteter Ochs. Du gleichst, wie ein Dichter sagte:

»einem aufgeblasene» Schlauche, bist unbeweglich, wie ein Berg, und trittstdu einmal im äußersten Westen auf, so hört man dich im fernsten Osten."

Auf den Wunsch des Kaufmanns erhob sich dann die Gelbe und sagte, sich zurBraunen wendend:Meine Farbe hat dcr Barmherzige über jede andere erhoben,indem es von ihr heißt: sie sep gelb, von einer Farbe, die jedes Aug' erfreut. Von

mir hat ein Dichter gesagt:

Meine Geliebte gleicht dcr strahlenden Sonne, ihre Farbe ist dem Augeangenehm, wie Dinare, ihr Anblick ist erfreulicher als Safran."

Weißt du aber, wessen Farbe du an dir trägst? Die eines Büffelochse», den Jederflicht, eines giftigen Nosts, eines abscheulichen Raubvogels, eines Wolfkinns, einesSandhaufens. Du hast eine Zwitterfarbe, die Niemand mag; es gibt weder brauneRosen, noch braunes Gold." Endlich stand die Braune auf und rief:Gelobt sepGott, der mich nicht weiß, nicht schwarz und nicht gelb geschaffen; denn meine Farbeist die beliebteste und die von Dichtern am meisten gepriesene; was wird bei Mädchenund Jünglingen mehr besungen, als ein braunes Mal auf den Wangen? Am wenigstenaber beneide ich dich, du gelbe Nachteule, du elfenbeinfarbiger Höllenfraß, du ekelhafterBrei. Von dir hat ein Dichter gesagt: