Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
852
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852 Vierhundert und dreiundachtzigste Vachl.

dieses Schreiben wirklich von der Hand des Viziers sey, oder nicht. Als des StatthaltersAgent diesen Brief erhielt, ging er damit zu einem Freunde Djafars, erzählte ihmden Vorfall und zeigte ihm das Empfehlungsschreiben. Dieser brachte cs Djafar,welcher es vor seinen Freunden und Adjutanten, die bei ihm wäret,, hinwarf und siefragte, ob dies seine Hand sey? Sie betrachteten das Schreiben und erklärten eseinstimmig für falsch. Dann sagte ihnen Djafar:Der Ucberbringer dieses Briestist in Aegypten beim Statthalter, welcher Antwort über den wahren Zustand der Sacheerwartet; was rathet ihr mir, zu thun?" Da sagte Einer von ihnen:Du mußt

den, der den falschen Brief geschrieben, umbringen lassen, damit Niemand mehr etwasAehnlichcs thue;" ein Anderer sagte:Du mußt ihm die rechte Hand abhauen lassen,mit der er deinen Namen geschrieben;" ein Dritter sagte:Er muß tüchtig durchgeprügcltund dann seines Weges geschickt werden." Der Humanste unter ihnen sagte:Er sollzur Strafe aus Aegypten verbannt werden; es wird hart genug für ihn seyn, diese weiteReise umsonst gemacht zu haben und beschämt zurückzukehrcn." Als sie Alle auögeredethatten, sagte Djafar:Großer Gott! unter euch Allen ist kein einziger wohldcnkenderMann. Ihr wißt, welche Feindschaft zwischen mir und dem Statthalter von Aegyptenbesteht, und wie Jeder von uns zu stolz ist, die Hand zur Versöhnung zu biete»; nu»hat uns Gott einen Mann beschicken, der »ns eine Veranlassung zum Briefwechsel undzur Versöhnung gibt: wie sollte ich ihn so hart bestrafen?" Er ließ sich dann Dinteund Kalam bringen und schrieb auf die Außenseite des Briefs an den Statthalter vonAegypten:

Gepriesen sep Gott! Wie konntest du an meiner Handschrift zweifeln? csist meine Hand, und der Ucberbringer ist einer meiner thcucrstcn Freunde, gegenden du gütig scpn mögest, den ich dich aber bitte, nicht zu lange aufzuhaltcn,denn ich sehne mich sehr »ach ihm und bedarf seiner hier."

Als der Brief an den Statthalter zurückkam, war er außer sich vor Freude; ererwies dem Manne die größten Ehrenbezeigungen und machte ihm kostbare Geschenke.Als der Mann wieder nach Bagdad zurückkam, begab er sich zu Djafar, weinte undküßte die Erde vor ihm. Djafar fragte ihn:Wer bist du?" Er antwortete:Ichbin dein Sklave und dein Geschöpf, ich bin der Verfälscher deiner Unterschrift."Djafar nahm ihn aber freundlich auf, hieß ihn sitzen und fragte ihn, wie viel ervom Statthalter von Aegypten erhalten? Er antwortete:Hunderttausend Dinare."Da sagte Djafar:Das ist wenig, wir wollen dir diese Summe verdoppeln." Errief sogleich seinen Schatzmeister und ließ ihm noch hunderttausend Dinare ausbezahlen.