Vierhundert und drciu»d,ichtziglie Vacht.
Kammerhcrr durch den Namen dieses Mannes irregeleitet worden. Abd Almalik,dem es auch auffiel, in einen Trinksaal geführt zu werden, freute sich, als er DjafarsVerlegenheit bemerkte, sagte aber: „Ihr habt nichts zu befürchten, reicht auch mir ein
farbiges Kleid!" ' Ein Diener gab ihm ein gefärbtes Oberhemd, er zog es an, setztesich, unterhielt sich mit Dsafar und machte allerlei Scherze. Dann forderte er auchWein und man füllte ihm einen großen Becher. Da sagte er: „Nur sachte, ich bindaran nicht so gewöhnt." Er spaßte daun so lange mit ihnen, bis DjafarsVerlegenheit verschwand und er sich über die Verwechslung des Kammerherrn freute.
Djafar fragte ihn dann, was ihn eigentlich herführte? Er antwortete: „Ichhabe um drei Dinge zu bitte», die du dem Chalifen vortragen sollst; das erste ist: daßeine Schuld von einer Million Drachmen für mich bezahlt werde; zweitens wünsche icheine Statthalterschaft für meinen Sohn, und drittens möchte ich ihn mit der Tochterdes Chalifen vcrheirathen, welche seine Cousine ist." Djafar sagte: „Gott gewährtdir alle drei Wünsche. Dein Geld wird sogleich in deine Wohnung gebracht, deinemSohne aber verschaffe ich die Statthalterschaft von Aegypten und die Tochter des Chalifen,du kannst nun in Gottes Namen ruhig nach Hause gehen." Als Abd Almalik nachHause kam, fand er das gewünschte Geld schon auf seinem Tische. Am folgendenMorgen ging Djafar zum Chalifen, erzählte ihm, was zwischen ihm und AbdAlmalik vorgcfallen, und verließ ihn nicht eher, bis er ihm einen Firman für AbdAlmaliks Sohn, als Statthalter von Aegypten, überreichte, und Kadi und Zeugenkommen ließ, um den Ehe-Contract zwischen diesem und seiner Tochter zu schreiben.
Man erzählt ferner: Djafar stand mit dem Statthalter von Aegypten in sofeindseligem Verhältnisse, daß sie einander gegenseitig auswichcn. Einst schrieb Einereinen Brief im Namen Djafars an den Statthalter von Aegypten, dessen Inhalt war:
„Der Träger dieses Briefs ist einer meiner besten Freunde, der »ach Aegyptenreist; ich wünsche, daß du ihn gut aufnchmest, u. s. w."
Dieser Mann wußte nämlich nichts von der Feindschaft, die zwischen ihnenobwaltete, und glaubte daher, dieser Brief würde ihm eine gute Aufnahme bei demStatthalter verschaffen. Der Statthalter, dem dieser Brief sehr verdächtig war, erwiesdem Ueberbringer zwar viele Ehre und sorgte für alle seine Bedürfnisse, aber er sandtedoch den Brief seinem Agenten in Bagdad und beauftragte ihn, nachzuforschcn, ob
' Wahrscheinlich, damit man die Weinficcken nicht an den Kleidern erkenne.