Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
838
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HZH Vierhundert und achtzigste 1.1 acht.

Masrur und dem Diener des Chalifcn. Als er von diesen den Befehl des Chalifenvernahm, sagte er:Ich bin bereit, zu gehorchen; kommt nur ein wenig herein!"Masrur weigerte sich lange, indem er sagte:Wir müssen eilen, denn der Fürst derGläubigen erwartet uns." Aber Abu Muhammed drang so sehr in ihn, bis er ihmin sein Haus folgte.

Abu Muhammed befahl sogleich einem Diener, Masrur in'S Bad zu führe»,das im Hause war. Masrur trat in ein Bad, dessen marmorner Boden mit Goldund Silber verziert war, und dessen Wasser den Geruch des feinstcii Rosenwasscrshatte. Mehrere Sklaven bedienten ihn auf's sorgfältigste und brachten ihm, als er ausdem Bade kam, seidene Kleider, mit Gold durchwirkt. Als er daun in's Schloßzurückgeführt ward, bewillkommte ihn Abu Muhammed und bat ihn, sich auf den Divanzu setzen. Die Diener brachten sogleich einen gedeckten Tisch, der Masrur in so großesErstaunen setzte, daß er ausrief:Bei Gott, einen solchen Tisch habe ich bei demFürsten der Gläubigen nicht gesehen!" Die köstlichsten Speise» wurde» i» chinesischenvergoldeten Gefäßen aufgetragen, und die edelsten Weine schlürften sie aus dem feinstenKrystall. Masrur ließ sich Alles wohl schmecken und vergaß seinen Auftrag. Amfolgenden Morgen reichte man ihm grüne Kleider mit Gold durchwirkt, und Ab»Mubammcd erwies ihm wieder so viel Ehre, daß er sich bereden ließ, die Abreisenoch um einen Tag zu verschieben. Am dritten Morgen aber sattelten die Diener ei»!Maultbicr und legten eine Decke, mit allerlei Edelsteinen besetzt, auf den goldnen!Sattel. Da dachte Masrur:Der Chalif wird sich gewiß wundern, wenn ein Mannin einem solchen Aufzug ihn besucht." Masrur und Abu Muhammed nahmen dannvom Statthalter Abschied, reisten von Baßra nach Bagdad und begaben sich zumChalifcn. Abu Muhammed grüßte den Chaliscn und sagte:Ich habe als ergebenerDiener einige Geschenke mitgebracht, wenn du cs erlaubst, so lasse ich sic hertragen."Als der Chalif einen bejahenden Wink gab, ließ Ab»r Muhammed eine Kiste bringen,worin goldene Bäume waren mit Blättern aus Smaragd und Früchten aus Rubin undweißen Perlen, die den Chalifen in Erstaunen setzten. ^

Er ließ dann eine zweite Kiste hertragcn, in welcher ein seidenes, golddurchwirktcs >Zelt war, reich mit Perlen, Rubinen und Smaragd besetzt. Die Pfeiler des Zeltes!mären aus indischem Ambra, mit Diamantblumen verziert. Abu Muhammed sagte,dem Chalifen die Geschenke hinreichend:Glaube nicht, daß ich dir diese Geschenke

aus Furcht bringe, sondern weil ich dachte, sie ziemen dem Fürsten der Gläubigen besser,als einem gewöhnlichen Manne; wenn es dir beliebt, so zeige ich dir, daß ich eben so