Vierhundert »nd fiiiifuiidstebenzigtlc flacht.
Aehnlichcs schon Manche vor dir gethan, verzeihst du aber, so hast du ebenfalls viele!Beispiele der Gnade vor dir." !
Als der Cbalif die Worte Cbaleds hörte, schüttelte er sein Haupt und sprach:!„Nur der gemeine Mensch ist unversöhnlich in seiner Rache, wenn ihm sein Feind in!die Hand gefallen." Hierauf nabm ich den Schleier von meinem Haupte, pries laut !Gottes Größe und sagte dem Chalifen: „Gott wird einst auch dir gnädig sey», o Fürst !
der Gläubigen! denn mein Verbrechen ist so unaussprechlich groß, daß deiner Großmutb !nicht genug Dank gezollt werden kann." Aber nicht nur das Leben schenkte mir M amun, ^sondern er ließ mir auch mein Vermögen wieder geben und machte mir noch vieleGeschenke. Dann sagte er: „O mein Oheim! Abu Jshak und Abbas haben mirgerathen, dich umbringen zu lassen, aber ich habe dir verziehen, denn ich wollte dirdie Bitterkeit deiner schadenfrohen Feinde ersparen." Dann fiel er betend nieder, undals er wieder den Kopf aufhob, sagte er: „Weißt du, mein Obcim, warum ich
niederste!?" Ich sagte: „Um Gott zu danke», daß du deinen Feind besiegt." — „Nein,"
versetzte er: „um ihm zu danken, daß er mir Gnade eingeflößt." Ich erzählte ihm danndas verschiedenartige Benehmen des schwarzen Sklaven, des Soldaten, seiner Frau undder Sklavin, die mich verratbcn. Mamun ließ Letztere kommen, welche vergnügt zuHause saß und ihren Lohn erwartete, und fragte sie, was sie bewogen habe, so gegenihren Herrn zu handelnd Sie antwortete: „Die Habsucht." Mamun fragte sie, obsie einen Sohn oder Gatten habe, und als sie diese Frage verneinte, ließ er ihr hundertPeitschenhiebe geben und sie auf ewig einsperren. Dann ließ er den Soldaten undseine Frau und den Sklaven kommen. Er fragte Elfteren, was ihn zu seiner Thatbewogen? Er antwortete: „Habgier." Da sagte Ma m u n: „Du bist auch blutgierig,
drnm sollst du Schröpfer werden," und er ward sogleich in den Laden eines Schröpfersgeschickt. Seiner Frau aber erwies Mamun viele Ehre und nahm sie in'S Schloß;denn er sagte: „So eine verständige Frau ist in wichtigen Dingen gut zu gebrauchen."Dem Schwarzen sagte er endlich: „Du hast dich so bieder gezeigt, daß du die höchsteVerehrung verdienst; ich schenke dir das Haus des Soldaten und noch tausend Dinare dazu."
Schehcrsad schwieg; in der nächsten Nacht begann sic mit folgender Geschichte: