Vierhundert und fünsundsechzigste Nacht. 75g
Gespräch der Kauflcutc mit und erklärte ihr, er werde um keinen Preis länger müßigzu Hause bleiben.
Da sagte Ali'S Mutter: „Mein Sohn, ich sehe wohl ein, daß du zu deinerAusbildung reisen mußt, doch wohin willst du gehen?" — „Nach Bagdad, denn dortgewinnt man viel an hiesigen Maaren." — „Das sollst du, mein Sohn, und wenndein Vater dir keine Maaren mitgeben will, so werde ich dafür sorgen." Ali drangdarauf, sobald wie möglich abzureiscn, und seine Mutter schickte sogleich nach Packern,öffnete ein Magazin und ließ ihm zehn Ballen Maaren zusammenpacken. Als SchemsEd bin gegen Abend nach Hause kam und die Ballen umherliegen sah, fragte er seineFrau, woher diese kommen. Da erzählte sie ihm, was zwischen ihrem Sohne und denjungen Kaufleutcn vorgefallen. Schems Eddin ließ Ali rufen und sagte ihm: „Duweißt nicht, was man in der Fremde zu dulden hat; die Alten haben schon gesagt:Hute dich vor der Fremde, und entferne dich ohne Noth auch keine einzige Meile weitvon deiner Heimath." Aber Ali sagte: „Wenn du mich nicht mit Maaren nachBagdad reisen leistest, so ziehe ich meine Kleider aus und umhülle das Gewand einesDerwisch und streiche so im Lande umher." Als Schems Eddin sich überzeugte, daßsei» Sohn auf seinem Vorhaben fest beharre, sagte er ihm: „Ich habe Maaren, diefür jedes Land passen;" er zeigte ihm hierauf vierzig Ballen, auf welchen geschriebenj stand: tausend Dinare Werth, und erlaubte ihm, sie noch zu den zehn Ballen seinerMutter zu nehmen. Dann sagte er: „Reise in Gottes Namen, aber ich warne dichvor dem Löwcnwalde, der sehr gefährlich ist, und vor dem Thale der Bern Kilab, woviele Straßenräuber Hausen;" aber Ali erwiderte: „Der Lebensunterhalt kömmt vonGott, und ist er mir bestimmt, so kann mir nichts zukommen." Ali ritt dann, vonseinem Vater begleitet, über den Viehmarkt, da stieg ein Karavanenführcr von seinemMaulthiere herunter, küßte Schems Eddin die Hand und sagte: „Bei Gott, duhast uns schon lange nichts zu thun gegeben." Schems Eddin antwortete: „MeineZeit ist vorüber, ich gleiche dem Alten, von dem ein Dichter sagte:
„Ein Alter ging gebeugt daher, und sein Bart reichte bis zu den Knien.
, Da fragte ich: Warum bist du so betrübt? Er antwortete, indem er seine
; Hände aufhob: Ich habe meine Jugend auf der Erde verloren und ich suche
! sie nun überall.
„Doch statt meiner macht jetzt mein Sohn eine Reise." Schems Eddin schloßeinen Cvntract mit dem Karavancnsührer, empfahl ihm seinen Sohn und schenkte ihmhundert Dinare für seine Kinder. Dann kaufte er sechzig Maulthiere nebst einer Lampe