722 vierhundert und achtniidsiinszigstr TIacht.
unter dem Teppiche. Als der ganze Zug am Ufer des Meeres anlangte, stieg Salomenvom Teppich herunter und schickte einen Boten zum König der Insel, der ihm sagensollte: „Hier ist nun Salomon, der Prophet Gottes, gehorche ihm, zerbrich deinenGötzen, gib ihm deine Tochter zur Frau und rufe mit allen Bewohnern dieses LandesauS: Es gibt keinen Gott außer dem einzigen Gott, und Salomon ist sein Prophet!wo nicht, so vertheidige dich gegen seinen Angriff. Glaube aber nicht, daß dich dasMeer gegen ihn schützt, denn er befiehlt dem Winde, ihn zu dir zu tragen, und erscheintmitten auf deiner Insel, um dich zu verderben." Als der Gesandte dem König S alomonsBotschaft iibcrbrachte, antwortete er: „Sage Salomon, ich ziehe ihm morgenentgegen und hoffe ihn zu treffen." Der Bote kehrte wieder zu Salomon zurück, dersich hierauf zur Schlacht rüstete.
„Sobald der Gesandte weg war, ließ mich der König rufen und gebot mir, alleunter mir stehenden Truppen zu versammeln. Ich gehorchte, brachte eine MillionMenschen und eben so viele Genien zusammen; auch der König zog alle seine Leutezusammen, und cS kam eine Zahl heraus, die nur Gott kennt. Was vermochten wiraber gegen Salomon? Dieser stellte wilde Thiere zur Rechten und zur Linken seinerTruppen auf und befahl den Vögeln in der Luft, über ihren Köpfen zu fliegen, demFeinde, sobald er einen Angriff versucht, mit den Flügeln in's Gesicht zu schlagen undihnen mit den Schnäbeln die Augen auszupickcn. Er selbst schwebte auf seinem vomWinde getragenen Teppiche in der Luft, umgeben von seinen Vizieren und Gcisterkönigcn,die bald den Menschen) bald den Genien und bald den Thieren Befehle überbrachten.Indessen lehnten wir doch die Schlacht nicht ab, und entschlossen, mich im Kampfeehrenvoll auszuzeichnen, stellte ich mich an die Spitze der ersten Reihe unsrer Truppen.Da trat mir Da muri at, der König der Salomonischen Geister, wie ein großerfeuerspeiender Berg entgegen und schoß einen feurigen Pfeil gegen mich ab, aber ichwich ihm geschickt aus und schleuderte einen feurigen Pfeil gegen ihn, der ihn traf. Daschrie er so laut, daß ich glaubte, die Berge wankten und die Erde stürzte über mirzusammen. Auf seinen Befehl griffen dann seine Truppen uns an und das Handgemengeward allgemein unter furchtbarem Getöse; die Erde zitterte, Flammen sprühten, Rauchstieg gen Himmel, Köpfe fielen, Gallen zersprangen, fliegende Genien kämpften in derLuft, wilde Thiere auf der Erde; ich selbst focht immer gegen Damuriat, der mich sosehr in die Enge trieb und mir so hart zusetzte, daß ich die Flucht ergriff, und sogleichzerstreuten sich auch alle meine Truppen. Aber Salomon ries den Seinigen zu: „Nehmetsie mit ihrem ruchlosen König gefangen!" Da stürzten wilde Thiere zur Rechten und