Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
687
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antwortete:Ich zweifle nicht, daß ihr mir diesen Nath aus Liebe zu mir erthcilet,

doch wißt ihr, daß, wenn ich wollte, ich mächtig genug wäre, um die Hälfte meinesVolks hinrichten zu lassen, um wie viel mehr einen jungen Mann, der in einem Gefängnisseschmachtet und ein Verbrechen begangen hat, das den Tod verdient. Ich verschiebenur seinen Tod, weil ich stärkere Beweise seiner Schuld haben möchte, um mein Gewissenzu beruhigen und das Vertrauen meiner Unterthancn zu erhalten; wenn ich ihn auchheute verschone, so entgeht mir sein Tod doch morgen nicht." Er ließ dann den Jünglingwieder rufen und sagte ihm:Wehe dir! wie lange werden mich die Leute noch umdeinetwillen tadeln? Sogar die Häupter der Stadt machen mir Vorwürfe, daß ich dichso lange leben lasse, drunr will ich heute dein Blut vergießen, um dem Gerede einEnde zu machen." Der Jüngling sagte:O König, bei Gott! wenn die Leute inder Stadt von mir sprechen, so sind nur die bösen Viziere daran Schuld, welche ihnenabscheuliche Dinge aus dem königlichen Palaste erzählen; Gott wird ihre List gegen sieselbst wenden. Was aber deine Drohung, mich zu tödten, angeht, so stehe ich ja indeiner Macht, du brauchst meinen Tod gar nicht so zu Herzen zu nehmen; ich bin jawie ein Spatz in der Hand eines Jägers, den er nach Willen schlachten oder freilassen kann; das Verschieben meines Todes geschieht aber nicht durch dich, sonderndurch den, der über mein Leben gebietet; wollte Gott meinen Tod, es stünde nicht in

deiner Macht, ihn nur um eine Stunde zu vcrspätigen. Soll ich aber noch leben, so

liegt es nicht in deiner Macht, mich zu tödten; so nützten auch dem Sohne des KönigsSuleiman Schah alle seine Anschläge nichts gegen das Kind, das Gott erhalten

wollte, bis es seine bestimmte Lebenszeit erreicht hatte." Der König sagte:Wehe

dir! wie mächtig ist deine List! erzähle mir diese Geschichte noch!" Da sprach derJüngling:

Schehersad verschob die Erzählung des Jünglings auf die nächste Nacht, inwelcher sie mit dessen eigenen Worten begann: