Vierhundert und rliiundvicrzigste Vncht.
Nathgeber; ich habe volle» Glauben an Alles, was du mir berichtest." Da sagte derVizier: „O König! die Frau, die du so von ganzem Herzen liebst, und die so viel vonReligion, vom Fasten und Gebete spricht, ist eine Heuchlerin und eine Betrügerin."
Der König fragte erschrocken: „Was hat sich ereignet?" worauf der Vizierantwortete: „Wisse, daß, nachdem du eine Weile abwesend wärest, Jemand zu mir kamund sagte: O Vizier, folge mir! du sollst etwas Schreckliches sehen. Er führte michan die Thüre des königlichen Schlafgemachcs und ich sah, wie deine Gattin neben demSklaven ibres Vaters saß, und schloß aus ihrer Vertraulichkeit, was keiner Erwähnungbedarf. Das ist's, mein Herr, was ich dir zu hinterbringen hatte." Der König sprangzornig auf und sagte seinem Schloßverwaltcr: „Geh in das Gemach der Königin undbring' sie um." Aber der Schloßverwalter erwiderte: „O König! (Gott erhalte dichlange!) lasse deine Gattin nicht auf solche Weise sterben, laß sie lieber von einemDiener auf ein Kamecl laden und in eine abgelegene Wüste bringen; ist sie schuldig, sowird sie Gott verderben, sst sie unschuldig, so wird er sie retten, und der König hatsich nicht an ihr versündigt. Bedenke, daß dir diese Frau so theuer war, daß du ihrenVater aus Liebe zu ihr getödtet hast." Der König stimmte dem Schloßverwalter bei und