Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
637
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Vierhundert und stebennud-reißigste Vacht. 037

nieder, da wirst du mit deinen eigenen Augen dich überzeugen." Sie gingen hieraufzum jungen Kaufmanne und sagten ihm:Wisse, der König hat dich deiner gestrigenThat willen sehr gelobt und er wird dich dafür auf's glänzendste belohnen." In derfolgenden Nacht befolgte der König den Nath der bösen Jünglinge, und als er denKaufmannsfohn mit gezogenem Schwerte kommen sah, fürchtete er sich vor ihm, ließihn festuchmen und sagte ihm:Ist das der Lohn für meine dir erwiesenenWohlthaten? Du bist mir näher als irgend Jemand gestanden und nun verfährst duso schlimm gegen mich?" Zwei Jungen fragten sogleich den König, ob sie ihm denKopf abschlagcn sollten. Aber der König antwortete:Einen Menschen umbrirrgen isteine leichte Sache, aber auch eine sehr ernste; wir können leicht den Lebendigen tödteu,aber dem Todtcn nicht mehr das Leben wiedcrgcben. Darum will ich diesen Verbrechereinstweilen nur einsperren lassen, seinen Kopf kann ich immer noch haben." Hieraufverließ sie der König, nahm seine Tagesarbeit vor, ging dann auf die Jagd, kehrtezur Stadt zurück und dachte nicht mehr an den Eingesperrten. Da kamen die Feindedes Kaufmannssohnes zum König und sagten:Wenn du diesen Verbrecher nichtbestrafst, so werden alle jungen Leute nach deinem Reiche lüstern werden und dein Lebenbedrohen." Diese Worte erweckte» den Zorn des Königs wieder, er ließ denAngeklagten wieder vor sich führen und den Scharfrichter holen, um ihm den Kopfabzuschlagcn. Schon hatte man dem Jüngling die Augen zugebundcn und derScharfrichter stand ihm zu Häupten und sagte:Wenn du es erlaubst, o König! sohaue ich zu." Aber der König erwiderte:Halte noch ein! ich will noch darüberNachdenken, ich kann ihn immer noch tödtcn lassen, führet ihn wieder in's Gefängnißzurück!" Inzwischen hatte der Vater des jungen Kaufmannes von dem Schicksale seinesSohnes Nachricht erhalten. Er eilte sogleich zum König und überreichte ihm einSchreiben, welches folgende Worte enthielt:

Habe Mitleid mit mir, Gott wird sich auch deiner erbarmen! Ucbcrcilcdich nicht, wo es ein Menschenleben gilt, denn ich habe aus Ucbcreilung einenSohn in's Wasser geworfen, den ich nie mehr wiedergefnnden."

Der alte Kaufmann ward hierauf vom König aufgefordert, die Geschichte seinesertrunkenen Sohnes ausführlich zu erzählen, und als er damit zu Ende war, stieß derKönig ein lautes Geschrei aus, stieg vom Throne herunter, umarmte seinen Vater undseinen Bruder und sagte:Bei Gott, du bist mein Vater, dieser Jüngling ist meinBruder und deine Gattin ist unsre Mutter. Seht ihr," sagte er zu den Ministern und