Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
634
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Vierhundert und sechsuuddreißigste Nacht.

einer der Schiffsleute:Wessen Gattin bist du?" Sie antwortete:Ich bin die Gattindes Kaufmanns N. N., zu dem ich eben reisen wollte, als dieses Unglück mich traf."Als der Kaufmann dies hörte, umarmte er sie, dann stand er auf, zerriß seine Kleider,schlug sich auf de» Kopf und rief:Bei Gott, ich habe selbst meine Kindergetödtet. DaS ist die Strafe dessen, der die Folgen einer Handlung nicht bedenkt." Crweinte dann eine Weile im Schiff mit seiner Gattin, dann sagte er:Bei Gott! ich werdekeine Freude mehr am Leben haben, bis ich weiß, was aus meinen Kindern geworden."

Er schwamm im Wasser herum, fand sic aber nicht mehr, denn ein heftiger Wind hatte siean's andere Ufer getrieben. Eins dieser Kinder ward von einem Freunde des Königsaufgenommen, bei dem sein Vater gewohnt hatte. Als das Kind dem König gebrachtwurde, gefiel cs ihm so sehr, daß er es an Kindesstclle annahm und sich mit ihm wiemit einem eigenen Kinde freute. Je größer der Knabe ward, um so inniger liebte ihnder König, und kaum hatte er. das Jünglingsalter erreicht, als ihn der König zuseinem Nachfolger und Erben bestimmte.

Nach vielen Jahren starb der König, und sein Adoptivsohn bestieg den Thron ohneWiderspruch. Seine Eltern hatten lange die Inseln durchsucht, um ihn und seinenBruder wiederzufinden, konnten aber keine Spur von ihnen auffinden; nachdem fie alleHoffnung, ihre Kinder wiederzuschen, verloren hatten, ließen fie sich auf einer Inselnieder, welche zu dem Lande ihres Sohnes gehörte. Eines Tages, als der Kaufmannauf den Markt ging, sah er einen Makler mit einem Jungen an der Hand, den erverkaufen wollte. Da dachte er bei sich: ich will diesen Jungen kaufen und mich durchihn über den Verlust meiner Kinder trösten; er bewilligte dem Makler den gefordertenPreis und führte den Jungen nach Hause. Als seine Frau ihn sah, schrie sie:BeiGott, das ist mein Sohn!" Vater und Mutter freuten sich sehr und fragten ihn nachseinem Bruder; er sagte:Das Meer hat uns getrennt, ich weiß nicht, wo erhingekommen."

Zwei Jahre nach dem unerwarteten Wiederfinden seines Sohnes ließ derKaufmann ein Schiff mit kostbaren Maaren beladen und schickte seinen Sohn damit indie Residenz. Als der König hörte, es sep ein fremder Kaufmann mit Maarenangckommen, die für ihn passen, ließ er ihn rufen. Er erkannte seinen Bruder nicht,doch fühlte er sich mächtig zu ihm hingezogen und sagte ihm:Ich wünschte, daß dubei mir bliebest, ich will dich groß machen und dir geben, was du nur begehrst." Derjunge Kaufmann blieb einige Zeit bei seinem Bruder, und als er sah, daß dieser sichgar nicht mehr von ihm trennen wollte, benachrichtigte er seine Eltern davon und bat