Vierhundert und füiifunddrcißigste Nacht. 020
benachrichtigte seine Gesellen davon; diese überfielen ihn und nahmen ihm sein Kleidweg. Der Kaufmann tröstete sich indessen mit de» beiden Perlen, die ihm noch übrigblieben.
Der Kaufmann ging dann in die Stadt und »ahm die zwei Perlen aus dem
Munde, um sie zu verkaufen. Da wollte das Schicksal, daß einem Juwelier in der
Stadl zehn Perlen gestohlen wurden, gerade wie die deS Kaufmanns. Als daher der
Juwelier diese zwei Perlen in den Händen des Maklers sah, fragte er ihn, wem sie
gehören. Der Makler antwortete, auf den Kaufmann hindeutend: „Diesem Manne."Als der Juwelier den Kaufmann sah, dessen Aenßercs so arm und elend war, fragte erihn: „Wo sind die übrigen acht Perlen?" Der Kaufmann, welcher glaubte, er frageihn nach den Perlen, welche in seinem Kleide eingenäht waren, antwortete: „Sie sindmir gestohlen worden." Der Juwelier, welcher nicht mehr zweifeln konnte, daß dieserKaufmann seine zehn Perlen gestohlen, ergriff ihn, führte ihn zum Polizeioberstenund sagte diesem: „Hier ist der Dieb, der mir zehn Perlen gestohlen; ich habe nochzwei davon bei ihm gefunden, und er hat selbst cingcstanden, daß ihm die übrigen achtentwendet wurden." Der Polizcioberst, dem schon vorher dieser Diebstahl angezcigtworden, ließ den Kaufmann prügeln und einsperrcn. Schon schmachtete er ein ganzesJahr im Gefängnisse, als endlich durch die göttliche Fügung der Polizeiobcrst auch