Vierhundert und vierunddrrihigste Vacht.
doch Niemand vermag etwas gegen ein feindliches Schicksal. Mir geht es wie demKaufmannc, der auch trotz allen seinen Bemühungen doch dem Schicksale unterlag." DerKönig fragte: „Was ist das für eine Geschichte?" und der Junge erzählte:
Geschichte des vom Schicksale verfolgten Aanfmanns.
Einst lebte ein Kaufmann, der einige Jahre lang viel Glück im Handel hatteund auf großen Geschäftsreisen sich viel Geld erwarb. Auf einmal mißlangen ihmseine Unternehmungen, ohne daß er wußte, wie so. Da dachte er bei sich: Ich bin einreicher Mann, was soll ich mich länger wegen unsichern Gewinns auf Reisen quälen,ich will jetzt ausruhen und nur noch in meinem Hause Handel treiben.
Es war Sommerszeit, als der Kaufmann diesen Entschluß faßte; er kaufteWalzen für die Hälfte seines Geldes, den er im Winter i»it vielem Gewinn wieder zuverkaufen hoffte. Als aber der Winter kam, war der Waizen um die Hälfte wohlfeilerals der Kaufmann ihn im Sommer gekauft hatte. Er ließ ihn daher auf's nächsteJahr liegen, aber der Preis des Waizcnö sank immer mehr. Da sagte ihm einerseiner Freunde: „Du hast kein Glück mit diesem Waizen, drum verkaufe ihn, wie dukannst." Er erwiderte: „Ich habe lang genug gute Geschäfte gemacht, ich darf wohlauch einmal an Etwas Verlust habe»; doch bei Gott, müßte ich ihn zehn Jahrebehalten, ich würde ihn nicht ohne Gewinn verkaufen." Aber die göttliche Bestimmungwollte, daß es so heftig regnete, daß der Regen vom Dache auf den Speicher, wo derWaizen lag, herabtropfte, so daß er ganz faul ward, und der Kaufmann den Träger»noch fünfhundert Drachmen geben mußte, um ihn zur Stadt hinaus zu bringen. Dasagte ihm sein Freund: „Wie oft habe ich dir gesagt, du hast kein Glück mit diesemWaizen, warum gabst du mir kein Gehör? Nun gehe zum Sterndeuter und frage ihnnach deinem Sterne." Als der Kaufmann zum Sterndeuter kam, sagte ihm dieser:„Dein Stern ist schlecht, du darfst gar nichts unternehmen, denn Alles wird dirmißlingen." Der Kaufmann hörte aber nicht auf den Sterndeuter und dachte: „Wennich wieder großen Handel treibe, so fürchte ich nichts." Er nahm dann die übrige Hälftedes Vermögens, von dem er inzwischen auch gelebt hatte, baute ein Schiff, trugAlles, was er besaß, darauf und fragte die Kauffcute, an welchen Maaren man ammeisten gewinnen könnte und wo man sie am besten verkaufte? Die Kaufleute nannten iihm ein fernes Land, wo man an einem Drachmen hundert verdienen könne. Er!
Tausend und eine Nacht. >>
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