Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
618
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tzjA Vierl,»»dert und zmeiuiiddreihiitste lllacht.

hcirathetc sie. Der Diener kehrte mit den Reitern zu ihrem Vater zurück und sagteihm:O Herr! du bist nun schon viele Jahre ein treuer Diener des Königs und

doch hat er deine Tochter ohne deine Einwilligung zu sich genommen." Als der Vizicrdies hörte, gerieth er in heftigen Zorn, versammelte viele Truppen und sagte ibncn:So lange der König mit seinen Frauen sich begnügte, hatten wir keinen Harm, nungelüstet er nach unserm Harem, wir müssen daher uns einen Ort suchen, wo unsreFrauen sicher sind." Dann schrieb er dem Könige, um ihn desto sicherer zu hintergehcn:Ich bin ein Sklave deiner Sklaven; meine Tochter muß, wenn du es wünschest, alsSklavin dir dienen; der erhabene Gott schenke dir ein langes, freudiges Leben! Ichwar bisher immer deinem Dienste treu und zur Vertheidigung deines Landes gegenalle Feinde gerüstet; nun werde ich aber noch wachsamer scyn, da ich gewissermaßen,seitdem du meine Tochter geheirathet, auch Anthcil daran habe." Diesen Brief sandteder Vizicr durch einen Boten mit vielen Geschenken ab. Der König freute sich sehrdamit, .und überließ sich ganz dem Vergnügen und Wohlleben.

Nach einiger Zeit kam der Großvizier zum König und sagte:Wisse, o König,der Vizier Jsfahend ist dein Feind geworden, weil ihm dein Verfahren gegen seineTochter mißfallen hat. Freue dich nur nicht mit seiner Botschaft und traue seinensüßen Worten nicht." Der König achtete nicht auf diese Worte und fuhr fort, leichtsinnigzu leben. Der Vizier Jsfahend aber ließ ein Schreiben an alle Fürsten ergehen,in welchem er sie von dem Verfahren des Königs gegen ihn in Kcnntniß setzte unda^ die Gefahr, die einer jeden Familie drohe, aufmerksam machte. Da versammeltensie sich bei Jsfahend und beschlossen, den König umzubringen. Sie zogen an derSpitze ihrer Truppen gegen den König, und er ahnte nichts, bis schon das Kriegsgeschreidie Stadt füllte. Da sagte er zu seiner Gattin Bahrdjur:Was ist zu thun?"Sie antwortete:Thn', was du für gut hältst, ich gehorche in Allem." Da ließ sichder König seine zwei besten Pferde bringen, nahm so viel Gold, als er konnte, floh mitseiner Gattin in die Wüste Kirman und ließ Jsfahend als Herrn der Stadt unddes Thrones. Der flüchtige König mußte aber bald enthalten und in einer Höhle dieEntbindung seiner Gattin abwarten. Zwar erleichterte ihr Gott die Geburt einesSohnes, schön wie der Mond, den Bahrdjur in ein seidenes, goldgesticktes Kleideinwickelte. Als aber der König in der Ferne eine Schaar Reiter erblickte, sagte er:Wir können uns hier nicht länger mit dem Jungen aufhalten, auch würde man unsbald einholen, wenn wir ihn mitnähmen; das Beste ist daher, wir lassen ihn hier, Gottkann ihm wohl Jemanden schicken, der ihn aufnimmt und erzieht." Sie weinten dann