Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
588
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588 Vierhundert und vierundznm»zigste Nacht.

batten, fort, und befahl ihnen, ihr schnell wieder Antwort zu bringen. Sobald derKönig den Brief gelesen hatte, antwortete er darauf seiner Tochter:Wenn das, wasdu mir schreibst, erwiesen ist, so verfahre mit Manar Alnisa, wie es dir gutdünkt,ich überlasse dir diese Sache; entscheide, wie du willst. Friede scy mit uns!" Als dieKönigin diesen Brief wieder erhielt, ließ sie ihre Schwester zu sich führen; diese schwammin ihrem Blute, hatte ein härenes Gewand an, war mit schweren eisernen Kettenbeladen und auf ihrem Gesichte war die tiefste Dcmüthigung und Verzweiflung zu lesen.

Nur Alhnda, bei der jedes Mitleidsgefühl gegen ihre Schwester erloschen war,spie vor ihr aus, ließ sie auf eine hölzerne Leiter Hinstrecken und mit ihren Haaren daranfestbinden, und befahl ihren Dienern, sie zu prügeln. Mauar Alnisa weinte laut undschrie um Hülfe, doch Niemand kam, sie zu befreien. Sie sagte daun:O Schwester!bist du auch gegen mich hartherzig, so habe doch mit diesen kleinen KindernMitleid!" Aber Nur Alhnda ward durch diese Worte nur noch mehr aufgebracht,schalt ihre Schwester eine Buhlerin und sagte:Gott erbarme sich dessen nicht, der mitdir Mitleid fühlt!"^Und was habe ich denn verbrochen, daß du so gegen michverfährst?" fragte Manar Alnisa;ich rufe den Herrn der Erde und des Himmelsals Zeugen an, daß ich mich gesetzmäßig vcrheirathct habe, ich verdiene daher die Schmachnicht, die du auf mich häufst; ich habe nie ein unsittliches Leben geführt. Gott weiß,daß ich die Wahrheit rede." Als die Königin dies hörte, sagte sie:Du wagst es noch,dich zu rechtfertigen?" fiel dann selbst über sie her und schlug sie, bis sie in Ohnmachtfiel. Mau mußte sie lange mit Wasser bespritzen, bis sie wieder zu sich kam. Endlichbrach sie in folgende Verse aus:

Wenn ich schuldig bin und ein Unrecht begangen habe, so bereue ich csund bitte um Gnade."

Nur Alhuda, welche diese Verse an Hassan gerichtet glaubte, schrie voller Wuthihre Schwester an:Du, Dirne, wagst es noch, dich in meiner Gegenwart bei deinemGeliebten zu entschuldigen, daß du ihn verlassen hast und in deine Heimath zurückgekchrtbist?" Sie ließ sich daun eine Ruthe bringen, schob die Acrmel zurück und schlug siewieder, bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Als die Alte dies sah, ging sieweinend fort und verwünschte die Königin. Diese hörte es aber, ließ sie durch ihreDiener ergreifen und auf den Boden werfen, nahm eine Peitsche und haute sie auch, bissie in Ohnmacht fiel; dann ließ sie sie bewußtlos von den Dienern wieder fortschleppen.Das ist's, was die Königin, ihre Schwester, und die Alte angeht; nun, sagt der Erzähler,