574 Vierhundert und zwanzigste Vacht.
»Lang daure dir rin überschwängliches Glück, so lange als die Weltbesteht; Gott vermehre stets deinen Ruhm und deine Macht und lasse alle deineFeinde vor dir zu Schande werden."
Als Hassan diese Verse gesprochen hatte, gab die Königin der Alten durch eine»Wink zu verstehen, sie möchte statt ihrer Hassan anredcn. Da sagte die Alte: „MeinSohn! die Königin erwidert dir deinen Gruß und fragt dich: wie du heißt undwie deine Gattin und deine Kinder heißen?" Hassan antwortete: „O Königinder Zeit! dein Sklave heißt Hassan, von meinen Kindern heißt das eine Nasserund das andere Mansur, den Namen meiner Gattin aber weiß ich selbst nicht."Hierauf fragte ihn die Königin selbst: „Was hat deine Gattin gesagt, als sicmit ihren Kindern davonflog?" Hassan antwortete: „Sie hat meiner Muttergesagt: wenn dein Sohn wiederkehrt und die Nächte der Trennung laug findet und sichnach mir sehnt, so soll er zu mir auf die Inseln Wak Wak kommen." — „Diesbeweist," versetzte die Königin, „daß sie dich noch liebt: wie kannst du glauben, sie scpdir für immer entflohen?" Hassan antwortete: »O Herrin aller Könige, Zuflucht
der Neichen und der Armen! Ich habe dir Alles gesagt, wie cs sich ereignet hat, undgar nichts verheimlicht, nun erflehe ich deinen Schutz; bei dem erhabenen Gott, habeMitleid mit mir und verschmähe diese gute That und den Lohn vom Herrn nicht, hilfmir zur Vereinigung mit meiner Gattin und meinen Kindern." Nur Alhuda schütteltelange den Kopf, endlich hob sie ihn ernst gegen Hassan hin und sagte: „Ich werdedir alle Mädchen von der Insel vorstellen und aus Mitleid zu dir deine Gattin dirwiedcrgeben, wenn du sie unter ihnen erkennst; findest du sie aber nicht, so lasse ich dichvor der Thiire meines Schlosses hängen." — „Gern," rief Hassan aus, „nehme ichdiese Bedingung an, Königin der Zeit."
Bei diesen Worten bemerkte Schehersad den Tag und schwieg. Z» der nächstenNacht setzte sic ihre Erzählung folgendermaßen fort: