Vierhundert und achtzehnte Vacht.
und die Alte errichtete Hassan eine Bank von vergoldetem Cpprcsscnholz, mit Perlenund Edelsteinen besetzt. Die Truppen stellten sich vor der Alten ans, die ihnen Speisenund Getränke bringen ließ, und als sie gegessen und getrunken hatten, entkleideten sicsich, um im Flusse zu baden und dann zu schlafen, denn nun hatten sic nichts mehr zubefürchten. Hassan verhüllte sein Gesicht, so daß man nur seine Augen sehen konnte,und da er neben Schawahi saß, hielt ihn Niemand für einen Mann. Als daher dieMädchen ihre Kleider auszogen, und im Flusse eine Abthcilung nach der andern sichbadete, konnte Hassan die verschiedenartigsten Reize an diesen schönen Jungfrauenbewundern und an dem Lieblichsten, was Gott erschaffen, seine Augen ergötzen. DieAlte hatte absichtlich ausrufcn lassen, die Mädchen sollten alle vor ihrem Zelte sichbaden, damit, wenn Hassans Gattin unter ihnen sich fände, er sie davon in Kenntnißsetze. Aber Hassan sah seine Gattin nicht unter ihnen. Zuletzt kam eine Jungfraumit zehn Sklavinnen und dreißig Dienerinnen, die sich ebenfalls entkleideten. Nachdemdie Herrin allerlei Spaß und Muthwillcn mit den Dienerinnen im Wasser getriebenhatte, stieg sie wieder an's Land; man trocknete sie mit seidenen Tüchern ab undbrachte ihr Kleider und Schmuck von Genienarbcit, worauf sie wieder mit ihrenDicucrinnen sich entfernte. Hassan war ganz außer sich, alö er diese sah, und sagteder Alten: „Diese hat sehr viel Aehnlichkeit mit dem fliegenden Mädchen, das ich aufdem Schlosse meiner Freundinnen gesehen, auch hat diese es eben so mit ihrenDienerinnen gemacht. Aber doch," fuhr Hassan fort, „ist sie nicht meine Gattin.Nein, bei meinem Leben! keine unter Allen ist so schön und so hübsch gewachsen, wiemeine Gattin." Die Alte bat Hassan, ihr einmal seine Gattin deutlich zu beschreiben;„denn," sagte sie, „ich kenne alle Mädchen auf der Insel Wak Wak, ich bin ja ihreAnführerin, und weiß ich einmal, welche deine Gattin ist, so werde ich mich bemühen,ihrer habhaft zu werden." — „Meine Gattin," begann Hassan, „hat ein Gesicht wieder leuchtende Mond, einen Wuchs wie die Zweige des Ban, einen wohlgcformtenBusen, schwarze Haare, einen seinen Körper, weiße Zähne, eine süße Zunge, sie hatLippen wie Korallen, Wangen wie zwei Rosen, mit einem kleinen braunen Mahl,schwarze Augenbrauen, einen kleinen Mund und zartgebaute Hüften." Da sagte dieAlte: „Beschreibe sie noch einmal!" und Hassan setzte noch hinzu: „Meine Gattin hatein schönes Gesicht, einen langen Hals, eine leuchtende Gesichtsfarbe, Wangen wieAnemone, einen Mund wie ein Siegelring von Carniol, Zähne, die wie Perlenglänzen und zwischen denen Moschus hervorduftct." Als die Alte dies hörte, beugte sieden Kopf eine Weile zur Erde, dann erhob sie ihn zu Hassan und sagte: „Ich gehe