Vierhundort und fünfzehnte Nacht.
Tochter des Königs der sieben Inseln; wie willst du zu ibr kommen? Gehorche mir,mein Sohn, vielleicht gibt dir Gott eine bessere statt ihrer." Aber Hassanerwiderte: »Bei Gott, mein Herr, wenn man mich in Stücke zerrisse, würde ich siedoch nur immer mehr lieben; ich will nach diese» Inseln gehen und nicht anders alsmit meiner Gattin und meinen Kindern umkehrcn, so Gott will." Der Alte fragtezum letzten Male: „Willst du durchaus dahin gehen?" Hassan, dessen Herz daranhing, das Pferd zu besteigen, antwortete: „Ja, ich bitte dich um deine Hülfe und deinGebet für mich, vielleicht wird mich Gott wieder mit den Meinigen vereinen." Erweinte dann vor heftigem Verlangen und sprach folgende Verse:
„Nur nach euch. Beste unter den Sterblichen, geht mein Verlangen, euchallein will ich sehen und hören. Ihr thront in meinem Herzen, das ist eureWohnung, und verlaßt ihr sie, so bin ich trostlos. Glaubt nicht, daß ich eureLiebe entbehren kann, so unglücklich sie mich Armen auch gemacht. Mit euchentfloh auch alle meine Freude, und das Wachen ward mir süßer als derSchlaf. Mit meinen Trennungsschmerzcn sehe ich die ganze Nacht nach denSternen hin, weine so viele Thräucn, daß sic einem Regen gleichen. O Nacht,wie lange scheinst du dem von Liebe entbrannten Unglücklichen, der stets nachdem Monde und den Sternen blickt!"
Zum letzten Male suchte der Alte Hassan zur Rückkehr zu bewegen, indem erihm sagte: „Mein Sohn! du hast eine Mutter, laß sie die Schmerzen deinesUnterganges nicht empfinden!" Hassan schwur nochmals, er würde nie ohne seineGattin und Kinder zurückkehren, lieber wolle er sterbe». Weinend sprach er nochfolgende Verse:
«Ich schwöre euch, die Zeit der Trennung hat nichts an meiner Liebegeändert, ich gehöre nicht zu denen, die dem Liebesbunde treulos werden. Ichfühle so viele Liebe, daß, wenn ich sie schildern wollte, man mich für rasendhalten würde. Nichts als Seufzer, Glut, Trauer und Sehnsucht: wie kannman in solchem Zustande länger leben!"
Es sagt der Erzähler dieser wunderbaren und entzückenden Geschichte — währendwir alle für unfern geliebten Herrn Mohammed und für seine Familie und seineGefährten, die Reinen, beten — als Hassan diese Verse vollendet hatte, wußtenun der Alte'ganz bestimmt, daß er entschlossen scy, lieber zu sterben, als seinVorhaben aufzngeben; er wünschte ihm Glück zur Reise, empfahl ihm noch einmal,was er thun sollte, und überreichte ihm den Brief, indem er ihm sagte, er habe ihn in
Tausend und eine Nacht. >l
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