Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
540
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Vierhundert und elfte Nacht

Er weinte dann wieder, bis er in Ohnmacht fiel, und als er zu sich kam, spracher folgende Verse:

»Ich beschwöre dich bei Gott, o du Quelle meiner Leiden, kannst du deineFreude daran haben, daß die Liebe mich so peinige? Du hast mich verlassen,ohne daß ich etwas verbrochen habe; habe Mitleid mit deinem Vertriebenen!"

Hassan blieb abermals eine Weile bewußtlos liegen, dann sprach er heftigweinend noch folgende Verse:

»Verlassen hat mich der Schlaf, die Nächte durchwachend vergieße ich immermehr Thränen, und so oft ich meiner Geliebten gedenke, steigen Seufzer ausmeiner Brust.

»O wüßte ich doch, ob ihre Liebe der meinigen gleicht, ob ihre Leiden sogroß wie die meinigen sind! Gott verdamme jede Trennung, die so bitter ist!Und gibt cs wohl für mich eine Trennung? Stets schwebt ja dein schönes Bildvor meinen Augen, wenn wir auch noch so weit von einander entfernt sind.Klagt mein Herz, so heile ich cs mit deinem Namen und freue mich, wenn ichdie Taube singen höre. Doch die Taube, die ihren Geliebten ruft, vermehrtmeine Sehnsucht und meinen Schmerz. Ich weine und seufze zu jeder Stundenach dir, o Geliebte, wann wirst du wieder in meine Nähe kommen? Doch,hast du mich auch verlassen und die Treue gebrochen, ich bin dir stets nahe undtreu; gewiß wird uns einst das Schicksal wieder vereinen."

Der Tag hinderte Schehersad, weiter zu erzählen; in der folgenden Nacht aberbegann sie: