Vierhundert und erste Vicht.
sich sehr, als sein gutes Aussehen ihnen seine Wiedergenesung verkündigte. Sie stiegenvon ihren Pferden ab, und nachdem sie sich in ihren Gemächern umgekleidct hatten,ließen sie den Ertrag der Jagd herbcibringen, um Einiges schlachten, Anderes imSchloßhofe herumlaufen zu lassen. Hassan nahm eine Schürze vor, um Einiges zuschlachten, das noch auf Mittag gekocht werden sollte, und die Mädchen freuten sich,ihn in ihrer Mitte zu sehen. Hassan ging nun zur Aeltcsten und küßte ihr Haupt,
dann auch zu den Uebrigen und küßte Eine nach der Andern. Sie sagten: „Laß
doch, o Bruder, das sind wir dir schuldig, du bist gewiß vornehmer, als wir!"Da weinte und seufzte er. Die Mädchen fragten: „Was hast du? Warum weinst duund betrübst uns so durch deinen Kummer? Wenn du Heimweh hast, so wollen wir dich
mit dem Nöthigen ausstatten und du kannst in deine Heimath zu deiner Mutter
zurückkehren." Er sagte: „Bei Gott, ich habe keine Lust, euch zu verlassen." Da sagtensie: „Warum bist du denn so niedergeschlagen?" Hassan schämte sich, ihnen etwasvon der Prinzessin zu sagen, auch befürchtete er ihre Einreden.
Als er daher schwieg, sagte seine Freundin zu ihren Schwestern: „Er hat einenVogel in der Luft gefangen, und ihr sollt ihm helfen, ihn zu verzehren." Sie sagtenAlle: „Wir sind bereit, dir in Allem beizustehen, erzähle uns nur deine Geschichte."Hassan sagte seiner Freundin: „Erzähle du sie ihnen, denn ich schäme mich." Alsdiese hierauf ihren Schwestern Hassans Abenteuer erzählt, und Hassan ihre Reizegeschildert hatte, wünschten sie zu ihr geführt zu werden. Hassan ging vor ihnen herund öffnete die Thüre seines Zimmers. Sobald sie die schöne Prinzessin sahen, küßtensie die Erde vor ihr und bewunderten ihre herrliche Gestalt, grüßten sie und sagten ihr:„O Prinzessin, wir schwören dir, daß wir von Allem, was mit dir geschehen ist, nichtswußten; hat sich dir Hassan etwa auf eine unanständige Weise genähert?" Sieantwortete: „Nein!" — „Bei Gott," fuhren sie fort, „wenn er das gethan hätte, sowäre ihm der Tod aus unsrer Hand sicher gewesen. Doch ist es natürlich, daß MännerFrauen liebe», und diese sind ja nur für jene geschaffen; hat er doch bei seiner heftigenLiebe nichts Unerlaubtes begehrt. Wüßten wir, daß Mädchen ohne Männer lebenkönnten, so würden wir ihn von seinem Begehren abzuhalten suchen; oder wüßten wirnicht, daß er das Federgewand verbrannt hat, so würden wir es ihm nehmen." Dannbefreundete sich eine der Mädchen ganz besonders mit ihr, gewann ihr Vertrauen underlangte bald ihre Einwilligung, Hassan zu heirathen. Hassans Hochzeitstag wardmit vielen Festlichkeiten begangen, und als er sich des Abends am Ziele seiner Wünschesah, sprach er im Taumel der Liebe folgende Verse:
Tanftnd und eine Nacht. >>.
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