Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
479
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Dreihundert und drerimdiieunzrgste Nacht.

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Sie reisten vier Tage lang, bis sie an den Berg kamen; daselbst angelangt, setztensie sich an dessen Fuß. Da sah Hassan auf dem Berge ein Schloß, und er sprachzum Magier:Wer konnte da oben ein Schloß hinbauen?" Der Magier antwortete:Das ist die Wohnung der Djr'nn, der Wehrwölfe und der Teufel!" Mit diesenWorten näherte er sich Hassan, küßte ihn und sagte:Verzeihe mir meine ersteTreulosigkeit, ich schwöre dir, daß ich dich nicht mehr hintergehen werde; schwöre dumir auch, es geschehe was da wolle, mich nicht zu verlassen und Glück und Unglück mit ^mir zu theilen!" Hassan sagte:Recht gerne!" Der Magier holte dann eine kleineMühle, nahm Weizen aus einem Sack, mahlte ihn und knetete drei Laibe daraus,hierauf zündete er Feuer an und backte sie. Als dies geschehen war, nahm er diekupferne Trommel und trommelte, worauf sogleich die Kameele kamen; er schlachteteeins davon, zog ihm die Haut ab und sagte zu Hassan:Höre, was ich diranempfehle, sonst ist unser Tod unvermeidlich." Hassan sagte:Es gibt keinen Schutzund keine Macht, außer bei Gott, dem Erhabenen! Sprich nur." Der Perser sagte:Ziehe diese Haut um dich, ich will sie zunähen und dich liegen lassen; der Vogel Rochwird dann kommen und dich auf die Spitze des Berges hintragen; bist du oben, sonimm dieses Messer, zerschneide die Haut, worauf die Vögel wegfliegen werden, istdieses geschehen, so sieh auf mich herunter und ich werde dir sagen, was du zuthun hast."

Mit diesen Worten gab er ihm die drei Laibe und einen kleinen Schlauch Wasser,nähte die Haut um ihn zu und ging weg. Sogleich kam das Junge eines Rochs undflog mit ihm auf den Berg. Als Hassan merkte, daß er droben war, spaltete er dieHaut, schlüpfte heraus und sprach mit dem Magier von oben herunter. Als dieserseine Stimme hörte, tanzte er vor Freude und sagte:Geh ein wenig rückwärts undsage mir, was du siehst." Hassan machte nur ein paar Schritte und erblickte vielefaule Gebeine und Holz daneben. Der Magier aber rief hinauf:Nun ist der Zweckerreicht! nimm sieben Scheite von diesem Holz." Als Hassan dies getban, sprach derMagier:Du Blutwurm! du Hund! nun habe ich meinen Zweck erreicht, du magstnun sterben oder nicht!" und ging fort. Hassan sagte:Es gibt keinen Schutz undkeine Macht, außer bei Gott, dem Erhabenen! Der Verruchte hat mich verratben."Er setzte sich, seufzte und sprach folgende Verse:

«Die ewige Bestimmung hat es so gewollt; wohl konnte ich fehlen, abernicht die Bestimmung, denn sie ist unabänderlich. Wenn Gott mit einem Mannerechten will, der Verstand, feine Ohren und gute Augen hat, so macht er seine