Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
478
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478 Dreihundert und dreiundneunzigste Nacht.

darauf und es erhob sich auf einmal ein Staub aus der Wüste heraus. Hassan warganz erstaunt, fürchtete sich und bereute es, das Schiff verlassen zu haben. Als derPerser sah, wie er ganz blaß geworden, sprach er:Mein Sohn Hassan, bei dem!Feuer und dem Lichte! du hast nichts mehr von mir zu befürchten, und müßte ich nichtmein Geschäft in deinem Namen verrichten, so hätte ich dich gar nicht mitgenommen;erwarte nur Gutes. Der Staub, den du siehst, ist ein Wesen, auf dem wir reitenund das uns helfen soll, diese weite Wüste zu durchziehen." Nach einer kleinen Weilebildete sich der Staub zu drei vortrefflichen Kameelen; der Perser bestieg eins, Hassandas andere, und auf das dritte packten sie ihre Lebensmittel. Nach einer siebentägigenReise kamen sie in ein großes bebautes Land, wo sie eine auf vier goldnen Säulenruhende Kuppel sahen. Sie stiegen ab, traten darunter, aßen, tranken und ruhten.Als Hassan sich umsah, bemerkte er etwas, das sehr hoch gelegen war; er fragte denPerser, was es wäre. Dieser antwortete:Es ist ein Schloß." Hassan sagie:Laßuns dahin gehen, es sehen und dort ausruhen!" Der Magier erzürnte sich und sprach: !Rede nicht mehr von diesem Schlosse, denn dort wohnt mein Feind, mit dem ich einAbenteuer hatte, das ich dir erzählen muß." Mit diesen Worten ergriff er Hassan ander Hand, lief mit ihm weg und schlug die Trommel; sogleich kamen die Kameele

wieder, und sie ritten wieder sieben Tage lang. Am achten Tage sagte der Magier: !

Hassan, was siehst du?" Er antwortete:Ich sehe Wolken und Nebel von Osten!bis Westen." Da sagte der Magier:Das sind weder Wolken noch Nebel, sonderndas ist ein so hoher Berg, daß er die Wolken spaltet, denn keine kann sich über ihn:erheben. Dieser Berg ist unser Ziel, droben findet sich, was wir suchen, dich aber mußtet

ich mitnehmen, weil ich es nur durch dich erhalte." Hassan verzweifelte am Lebens

und sagte:Bei dem, was du anbetest! bei deinem Glauben! was haben wir hier zusuchen?" Er antwortete:Unsre geheime Kunst kann nur mit Hülfe, einer Pflanzegelingen, auf die nie eine Wolke kommt, und eine solche findet sich nur auf diesem ^Berge; ich will dich nun hinaufbringen und dir das Geheimniß der Kunst inittheilen,!die du lernen willst." Hassan sagte vor Angst:Gut, Herr!" Er gab jedoch alle ^Lebenshoffnung auf und weinte über die Trennung von seiner Mutter und seinem ^Vaterlande, auch machte er sich Vorwürfe, daß er gegen seine Mutter ungehorsam ^gewesen war, und sprach folgende Verse:

Erwarte in Geduld das Werk deines Gottes, bis er sich helfend dir naht.

Verzweifle nicht in der Gefahr: wie vieles Wunderbare ist dir ein Geheimniß!"