Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
459
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Dreihundert und »chtunduchlznMe Nacht.

eben so den Jüngling, und breite die Blntmatte unter ihnen and." Er zog hieraufsein Schwert, die Prinzessin aber trat einige Schritte zurück und war nur mit demPrinzen beschäftigt. Der König holte mit dem Schwerte dreimal aus und schwang eSum seinen Kopf, während alle Anwesende den Jüngling und die Jungfrau beweinten Iund zu Gott beteten, daß er ihnen einen Fürbitter schicke. Der Scharfrichter hob das iSchwert so in die Höhe, daß man das Schwarze unter seiner Achsel sehen konnte, und!wollte eben Zuschlägen, als man einen großen Lärm hörte und einen mächtigen Staub ?in der Luft sah. Alle Leute zitterten und dem Scharfrichter versagte die Hand. DerKönig sprach zu seinen Leuten: »Seht einmal, was es Neues gibt und dieser Staub

bedeutet, der die ganze Luft erfüllt, und dieser Lärm, der uns so betäubt!" DerGroßvezicr ging weg, und sah vor sich ein Volk, so zahlreich wie Heuschrecken, dasWeh und Unglück schrie. Er kehrte zurück und rief in den Saal: »O ihr Leute! eSist eine Armee herangerückt, so zahlreich wie Heuschrecken, die alle Berge und Thälerausfüllt." Der König ward sehr niedergeschlagen und sprach:WaS mag wohl dieUrsache dieses Feldzugs scpn? Geh einmal, Vezier, sieh, wer sie anführt, grüße ihnvon mir und sage ihm, wenn er an Einem unter uns Blutrache nehmen will, sowürden wir ihm beistchcn; bring mir dann seine Antwort!"

Der Vezier ging zur Stadt hinaus und sein Erstaunen wuchs, wie er Bergund Thal von Soldaten wimmeln sah. Er ging durch das Lager verschiedener

Truppenabtheilnngen von Morgens bis Nachmittags, bis er endlich zum Zelte desKönigs kam und den mächtigen König selbst und ganz fremde Gestalten sah. SeineBegleiter riefen ihm zu: »Küsse die Erde!" Er küßte sie und stand wieder auf,

man schrie ihm aber von allen Seiten so laut zu, daß er vor Furcht fast zu Bodenfiel. Dann sprach er: ,,O König! Gott gebe dir langes Leben und erhebe deineMacht! mein König schickt mich zu dir, er grüßt dich, küßt die Erde vor dir undläßt dich fragen: in welcher Angelegenheit du daher gezogen kommst, damit er dirbeistehe." Im Namen des fremden Königs antwortete ihm dessen Vezier: »Geh zudeinem Herrn zurück und sage zu ihm: der mächtige und verehrte Sultan hateinen Sohn, der schon vor langer Zeit in dieses Land gekommen ist, und vondem er seitdem nichts mehr gehört hat; wißt ihr, wo er ist, so nehme ich ihnund ziehe wieder fort. Ist ihm aber ein Unglück zugestoßen, so verwüsten wir euerLand, vertilgen jede Spur von euch, plündern eure Güter und erschlagen eure Helden!Sage das deinem Herrn und bringe uns wieder Antwort, ehe unsre Leute zur Tbatschreiten." Der Vezier sagte:Ich gehorche," und wollte Weggehen; man schrie ihm