Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
430
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4Z0 Dreihundert und einuuduchtzigste Rlicht.

recht schön machen lassen, und erwarte dafür den Lohn von dir, Prinzessin! die dieGüte selbst sey; er hatte wohl keinen andern Zweck, als die Hoffnung auf deine Gnadeund Wohlthaten." Die Prinzessin sprach:Bei Gott! er hat etwas Gutes gethan;durch das Aufbauen dieses Schlosses ist der ganze Platz verschönert; wie glänzen nundie Mauern und wie hübsch, sieht das aus! wir wollen ihm auch seinen schönen Lohndafür geben." Sie befahl hierauf einer Sklavin, hundert Dinar herbcizuschaffcn, undschickte die Amme nach dem Wächter. Als sie zu ihm kam, sagte sie:Die Prinzessinwill dich sprechen." Als er dies hörte, fürchtete er sich sehr, denn er dachte bei sichselbst: Die Prinzessin hat den jungen Mann gesehen, bei Gott! dies ist ein Unglückstagfür mich. Er nahm weinend von seiner Familie Abschied und ging zur Prinzessin mitblassem Gesichte und so heftig zitternd, daß er fast umfiel. Als die Alte dies merkte,kam sie ihm zuvor und sagte:O Scheich! küsse die Erde, danke dem erhabenen Gottund bete für die Prinzessin! Gott bewahre ihre Unschuld und vergebe ihre Sünden ihrerhohen Vorzüge wegen! Ich habe ihr gesagt, wie du Schulden gemacht hast, um diesesSchloß hcrzustellen, darum beschenkt sie dich auch mit hundert Dinar, nimm sie von ihrerSklavin, bete für sie und küsse die Erde vor ihr." Als der Alte diese Worte hörte,küßte er die Erde vor der Prinzessin, nahm die hundert Dinar und ging vergnügt nachHause; seineLeute aber freuten sich mit ihm, und sie beteten zusammen für den, der dieUrsache von Allem war. Das ist's, was diese betrifft. Die Alte aber sagte zur Prinzessin:Bei Gott, Herrin! nun ist dieser Ort einer der schönsten, die es gibt; komm, wirwollen uns ein wenig im Schlosse umsehen." Sie gingen dann mit einander in's Schloß,wo die Prinzessin die schöne Malerei bewunderte und sich nach allen Seiten mnsah,bis ihr Blick auf den gemalten Traum fiel; sie betrachtete ihn lange und sah immerdarnach hin; die Amme aber, die dies bemerkte, nahm die zwei Sklavinnen zu sich,damit sie sie nicht störten. Als die Prinzessin den ganzen Traum bis zu Ende gesehenhatte, wendete sie sich zur Alten und sprach:O meine Amme! sieh einmal hier Etwas,wenn mit einer Nadelspitze auf's Auge gegraben wäre, so könnte Jeder sich daranein Beispiel nehmen." Die Alte fragte:Was ist's, meine Gebieterin?" Diese antwortete:Habe ich dir nicht einst einen Traum erzählt, der die Ursache meines Hasses gegen dieMänner war?"Ja, Prinzessin," sagte die Alte,du thatest es."Nun," versetzteDiese:komm und sieh dich einmal hier um und sag' mir dann, was du gesehen."Die Alte betrachtete den Traum, ging erstaunt zur Prinzessin und sagte ihr:MeineGebieterin! hier ist der Traum im Garten, wie du mir ihn beschrieben hast, mit demVogelfänger, dem Netze und den Vögeln. Doch, ich bewundere weder die Malerei, ^