ZtzO Dreihundert und sechzigste Nacht.
Wir aßen bis wir satt waren, dann wuschen wir unscrx Hände mit Rosenwasserin silbernen Waschbecken. Endlich sagte der junge Mann: „Ihr habt mir eure Freundschaftbewiesen; wenn ihr nun irgend ein Anliegen habt, so sagt es mir, ich werde mir eineEhre daraus machen, euch gefällig zu scyn." Sie fragten ihn: „Willst du das wirklichthun?" Er antwortete: „Ja." Sie sprachen zu ihm: „Wir sind nur in dein Haus jgedrungen, weil wir von außen eine schöne Stimme gehört haben; wir bitten dich nun, sieuns in der Nähe vernehmen zu lassen, dann werden wir, so Gott will! wieder hingehenwoher wir gekommen sind." Er sagte: „Gerne," und rief einer schwarzen Sklavin zu;„Laß deine Herrin kommen!" Sie ging weg, blieb eine Weile aus, dann brachte sieeinen chinesischen Sessel mit griechischem Seidenstoff überzogen; ihr folgte ein Mädchenwie der Vollmond, wie man nie ein schöneres gesehen; das Mädchen grüßte und setztesich. Ein anderes Mädchen überreichte ihr ein Futteral von rother Seide, woraus sieeine Laute nahm, die mit Gold und Juwelen besetzt war, wie der Dichter sagt:
„Wenn sie sie in ihren Schooß nimmt, so verleiht sie ihr Leben. Die Lauteist kostbar verziert, die Töne aber, die sic hervorlockt, find zaubervoll undbefangen aufs angenehmste die Sinne."
Schehersad schloß ihre Erzählung, um in der nächsten Nacht folgendermaßensortzufahren: