Dreihundert und sechzigste Nacht.
WM
Äls der Chalif dies hörte, erstarrte er und sprach: „O JShak! was sagst du zu dieserStimme?" — Jshak, der Gesellschafter des Chalifen, war nämlich der geschicktesteLautenspieler seiner Zeit. — Er antwortete: „O Fürst der Gläubigen! mein Ohr hatnie so etwas Vortreffliches gehört; hinter dem Vorhänge hören wir jedoch nur die Hälfte:wie muß es erst in der Nähe seyn?" Der Chalif, der das weibliche Geschlecht liebte,sagte: „Kommt, wir wollen uns beim Herrn des Hauses als Gäste melden, vielleichtsehen wir sie dann, wie sie vor uns singt."
Wir stiegen — so erzählt nämlich der Barmekide Djasar — aus dem Nachen,klopften an der Thüre des Hauses, aus welchem der Gesang kam, und baten umErlaubniß hineinzukommen. Es trat hierauf ein hübscher beredter junger Mannzu uns heraus und sagte: „Willkommen, ihr vornehme Herren! kommet herein undmacht es euch bequem!" Er führte uns in ein Haus, das nach vier Seiten freistand;die Decke der Zimmer war golden und die Wände waren mit Lasursteinen gemauert;man sah darin einen großen Saal mit einem Sopha von Elfenbein und Ebenholz,mit dazu passenden Matrazen und Kissen. Auf demselben saßen fünf Mädchen wie der