Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
347
Einzelbild herunterladen
 

Drcihmideet und ftchsnudfünftigste Auchl.

Als dcr ^iönig diese Verse vollendet balle, wendete er sich zu seinem VezierIbrahim und fragte ihn:Wo ist mein Sohn?" Er antwortete:Ich weiß nicht,Herr!" Er wandte sich dann zum Vezier des Königs Derbas und sagte ihm:MeinSohn ist schon lange Zeit abwesend und wir wissen nicht, wohin er gegangen." Dannbefahl er seinem Vezier:Geh umher, suche meinen Sohn und bring' mir ihn!"

Dieser antwortete:Ich gehorche." Beide Veziere reisten sogleich ab, um den Prinzenzu suchen, und so oft sie an einen Ort kamen, fragten sie:Ist hier ein Manndurchgereist, dcr so und so aussieht?" Aber es wußte Niemand etwas von ihm. Svgingen sie immer fort, bis sie an das Meer Stanns kamen, da bestiegen sie ein Schiffund segelten nach dem Berge Thakla und stiegen an's Land. Da fragte der Vezier:Warum heißt dieser Berg Thakla (der. verwaiste)?" und man antwortete ihm:Eswar einmal vor alten Zeiten eine Genie, die einen Menschen liebte, da sie sich abervor ihren Lcnte» fürchtete, zog sie mit ihm nach diesem abgelegenen Berge, zu demweder Menschen noch Genien kommen, bewohnte ihn abwechselnd eitle Zeltlang mit

ihrem Geliebten, und ging dann wieder eine Weile zn ihren Leuten; dies währte lange

Zeit, und so oft ein Schiff in der Nähe dieses Berges vorüberfuhr, hörten die Lentediesen jungen Mann weinen und sagten: Hier-wohnt eine Waise, und darum heißtder Berg Thakla." Dcr Vezier des Königs Derbas war erstaunt über diese Geschichte.Sie gingen bis an das Schloß, klopften an der Thüre", und man öffnete ihnen;als sie hinein kamen und die Diener ihnen entgegen traten, sahen sie bei ihnen einenjungen Mann in einem elenden Zustande. Der Vezier fragte:'Woher koiniut

dieser Elende?" Man antwortete ihm:Er war auf einem Schiffe, das untcrging,und hat auf einem Brette sich hierher gerettet; er ist ein armer Mann." Der

Vezier wandte sich von ihm weg, ging auf's Schloß und fragte nach seiner Tochter,konnte aber keine Auskunft über sie erhalten; die Diener und Sklavinnen, die er nachihr befragte, sagten ihm:Sie ist nur kurze Zeit bei uns geblieben, dann ist sie

verschwunden, wir wissen nicht wie, noch wohin." Als er dies hörte, verlor er

seinen Verstand und ward wie ein Wahnsinniger. Er trat auf die Terrasse des

Schlosses hinaus, wo er die Tücher sah, an welchen seine Tochter sich herunter gelassenhatte, und er dachte wohl, daß sie auf diesem Wege entflohen ftp; er hörte auf dcr

Terrasse einen Naben und eine Nachteule krähen, weinte heftig und sprach:Es gibt

keinen Schutz und keine Macht, außer bei Gott, dem Erhabenen! Es hilft keine Listgegen Gottes Beschluß, und keine Vorsicht gegen die Bestimmung!" Er sprach nochfolgende Verse: